Rund 100 Lehrkräfte aus Thüringen haben gegen Pläne des Bildungsministeriums protestiert, ältere Pädagogen vom kommenden Schuljahr an wieder mehr unterrichten zu lassen. Das Ministerium hält trotz der Kritik an den Plänen fest. Die Lehrer folgten einem Aufruf mehrerer Bildungsgewerkschaften und demonstrierten am Mittwoch neben dem Amtssitz von Bildungsminister Christian Tischner (CDU). Hintergrund ist eine geplante Änderung der sogenannten Altersabminderung für ältere Lehrkräfte an staatlichen Schulen.
Bislang müssen Lehrer in Thüringen ab einem Alter von 55 Jahren zwei Schulstunden pro Woche weniger unterrichten als ihre jüngeren Kollegen. Vom Beginn des neuen Schuljahres an soll diese Entlastung nach Angaben des Ministeriums erst ab dem vollendeten 60. Lebensjahr greifen. Mit der Neuregelung will das Ministerium die Zahl der ausfallenden Unterrichtsstunden weiter senken.
Thüringens Bildungsminister streicht Lehrkräften frühe Entlastung
Eine 58 Jahre alte Grundschullehrerin sagte bei der Kundgebung: „Wo bleibt die Wertschätzung für diejenigen, die dieses System über Jahrzehnte getragen haben?“ Die Schulen litten an politischen Fehlentscheidungen vergangener Jahre. „Unsere Schulen leiden nicht daran, dass es zu viele ältere Kollegen gibt, die Altersabminderung haben.“
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Ministerium hält an Neuregelung fest
Auch der Thüringer Lehrerverband kritisierte die Pläne. „Wer Altersentlastung nach hinten verschiebt, spart kurzfristig Stunden ein – aber auf Kosten der Gesundheit und Belastbarkeit der Lehrkräfte“, hieß es vom Verband.
Dass das Ministerium von seinen Plänen abrückt, gilt trotz des Protests als unwahrscheinlich. „Dass Lehrkräfte für ihre Anliegen auf die Straße gehen, ist ihr gutes Recht – und wir nehmen die Sorgen, die dahinterstehen, ernst“, sagte Bildungsstaatssekretär Bernd Uwe Althaus. Dennoch müsse noch mehr getan werden, um den Unterrichtsausfall weiter zu senken. Das Maßnahmenpaket, zu dem auch die Neuregelung bei der Altersabminderung gehöre, sei dafür ein zentraler Baustein, so Althaus. (mit dpa)
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