US-Präsident Donald Trump hat seine Angriffe auf Papst Leo XIV. verschärft und ihm vorgeworfen, „viele Katholiken in Gefahr zu bringen“. Anlass ist die Haltung des Pontifex zum US-amerikanisch-israelischen Krieg gegen den Iran. Die Äußerungen fallen zwei Tage vor dem geplanten Treffen von US-Außenminister Marco Rubio mit dem Papst im Vatikan, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.
In einem Interview mit dem konservativen Radiomoderator Hugh Hewitt vom US-Sender Salem News sagte Trump laut Reuters, der Papst rede lieber darüber, dass es in Ordnung sei, wenn der Iran eine Atomwaffe besitze. „Ich denke, er gefährdet viele Katholiken und viele Menschen“, fügte der US-Präsident dem Guardian zufolge hinzu. Leo XIV. hat sich nach Angaben beider Quellen nie für iranische Atomwaffen ausgesprochen, lehnt jedoch den Krieg ab und ruft zu Waffenstillständen und Dialog auf.
Rubio reist für Gespräch mit Papst nach Rom
Brian Burch, US-Botschafter beim Heiligen Stuhl, kündigte gegenüber Journalisten in Rom ein „offenes“ Gespräch zwischen Rubio und dem Papst am Donnerstagvormittag im Apostolischen Palast an. „Nationen haben Meinungsverschiedenheiten, und einer der Wege, diese zu bearbeiten, führt über Brüderlichkeit und authentischen Dialog“, zitiert Reuters Burch. Eine „tiefe Kluft“ zwischen Washington und dem Vatikan bestehe nicht, so der Botschafter laut NBC News.
Rubio, selbst Katholik, trifft laut Guardian zudem Vatikan-Staatssekretär Pietro Parolin sowie am Freitag die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Außenminister Antonio Tajani. Trump hatte Meloni zuvor scharf kritisiert, weil sie den Papst gegen seine Angriffe verteidigt hatte, und mit dem Abzug von US-Truppen aus Italien gedroht, wie der Guardian schreibt. Italiens Verteidigungsminister hatte laut Reuters erklärt, der Iran-Krieg gefährde die US-Führungsrolle.
Der in Chicago geborene Leo XIV., der am Freitag sein erstes Amtsjahr begeht, hat sich laut Reuters in den vergangenen Wochen als deutlicher Kritiker des Kriegs sowie der harten Anti-Migrationspolitik der Trump-Regierung positioniert und zu einem Dialog zwischen den USA und Kuba aufgerufen. Vizepräsident JD Vance, ein zum Katholizismus konvertierter Politiker, hatte dem Papst dem Guardian zufolge geraten, sich auf „Fragen der Moral“ zu beschränken. Eine Einladung Trumps ins Weiße Haus, die Rubio und Vance dem Papst im Mai 2025 überreichten, hat Leo XIV. bislang nicht angenommen.
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