Im Bundestag hat sich eine neue Debatte über die deutsche Organspende-Regelung angebahnt. Eine Gruppe von Abgeordneten mehrerer Fraktionen veröffentlichte am Mittwoch einen Antrag, der sich gegen Bestrebungen zur Einführung der sogenannten Widerspruchsregelung wendet. Mehr Organspenden sollten stattdessen durch Freiwilligkeit, bessere Aufklärung und Erleichterungen bei der Dokumentation des eigenen Willens erreicht werden, heißt es in einer Mitteilung der Gruppe. Befürworter der Widerspruchsregelung wollen ihren Vorschlag am Donnerstag präsentieren.
In Deutschland gilt derzeit, dass nach dem Tod einer Person Organe nur dann zum Zweck einer Spende entnommen werden dürfen, wenn sie selbst oder ihre nächsten Angehörigen zugestimmt haben. Bei der Widerspruchsregelung wäre eine Entnahme möglich, sofern kein Widerspruch vorliegt. Befürworter argumentieren, dass in Ländern mit dieser Regelung mehr Organe gespendet und damit mehr Leben gerettet würden.
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Antrag fordert zugänglicheres Online-Register
Die Abgeordneten, die das anders sehen, bezeichneten die Widerspruchsregelung als „Scheinlösung“. Es gebe keine ausreichende Evidenz, dass sie zu mehr Organspenden führe. „Stattdessen bedeutet sie einen Eingriff in die Grundrechte“, erklärte die Gruppe, der unter anderem Michael Brand (CDU), Lars Castellucci (SPD), Ates Gürpinar (Linke) und Kirsten Kappert-Gonther (Grüne) angehören.
Die Abgeordneten beklagen, dass das erst vor wenigen Jahren eingeführte Organspende-Register durch „unnötige technische Barrieren“ die Dokumentation der Spendebereitschaft erschwere. In ihrem Antrag fordern sie, eine barrierefreie und niedrigschwellige Möglichkeit zu schaffen sowie Aufklärung und Information über Organspende auszubauen. (mit epd)
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