Kreuzfahrt

Hantavirus: Ansteckung womöglich bei Vogelbeobachtung in Argentinien

Eine Mülldeponie in Ushuaia rückt ins Visier der Ermittler: Dort könnte sich ein niederländisches Ehepaar mit dem Hantavirus angesteckt haben.

Lea Brüggemann
Lea Brüggemann
3 Min
Gesundheitspersonal in Schutzkleidung evakuiert Patienten vom Kreuzfahrtschiff Hondius in einem Hafen.

Gesundheitspersonal in Schutzkleidung evakuiert Patienten vom Kreuzfahrtschiff Hondius in einem Hafen.

© Misper Apawu/dpa

Die Hantavirus-Infektionen an Bord des Kreuzfahrtschiffes MV Hondius gehen nach Einschätzung argentinischer Ermittler möglicherweise auf eine Vogelbeobachtungs-Tour vor Reiseantritt zurück. Wie zwei mit den Untersuchungen befasste argentinische Beamte der Nachrichtenagentur AP unter der Bedingung der Anonymität sagten, lautet die führende Hypothese, dass sich ein niederländisches Ehepaar in der Stadt Ushuaia angesteckt habe.

Das Paar habe während des Ausflugs eine Mülldeponie besucht, wo es mit infizierten Nagetieren in Kontakt gekommen sein könnte. Bislang sei in Ushuaia und der umliegenden Provinz Tierra del Fuego nach Behördenangaben kein Hantavirus-Fall verzeichnet worden.

Drei Patienten mit Verdacht auf eine Infektion wurden laut WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch ausgeflogen und befinden sich auf dem Weg in die Niederlande. Laut der Reederei Oceanwide Expeditions wurden zwei der ausgeflogenen Passagiere mit „akuten Symptomen“ sowie eine dritte, symptomfreie Person, die engen Kontakt zu einem am 2. Mai verstorbenen Passagier hatte, mit Spezialflugzeugen nach Europa gebracht.

Das Universitätsklinikum Leiden bestätigte laut AP die Aufnahme eines Patienten in einer speziellen Isolierstation und betonte, für übrige Klinikbesucher bestehe kein Ansteckungsrisiko. Das Universitätsklinikum Düsseldorf erklärte, eine asymptomatische Kontaktperson werde vorsorglich von einem niederländischen Flughafen mit Unterstützung der Düsseldorfer Feuerwehr in die Klinik gebracht, wie AP berichtet.

Ein weiterer Fall in der Schweiz bestätigt

In der Schweiz meldeten die Behörden laut einer Regierungsmitteilung vom Mittwoch einen weiteren bestätigten Fall: Ein Mann, der mit der Hondius gereist war, wird in Zürich behandelt. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht. Laut WHO hatte sich der Patient nach einer E-Mail der Reederei selbst in eine Klinik begeben.

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Bislang starben drei Passagiere: ein niederländisches Ehepaar und eine deutsche Frau. Ein britischer Passagier wird laut Behörden auf einer Intensivstation in Südafrika behandelt; auch der Schiffsarzt befindet sich nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums in kritischem Zustand und soll per medizinischem Spezialflug auf die Kanaren gebracht werden.

Wie die WHO am Mittwoch mitteilte, wurde bei den Erkrankten der Andes-Stamm des Hantavirus nachgewiesen. Diese in Südamerika, vor allem in Argentinien und Chile, vorkommende Variante kann nach Angaben der UN-Gesundheitsbehörde in seltenen Fällen und nur bei engem Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen werden. Insgesamt zählt die WHO bislang acht Verdachtsfälle, von denen drei labortechnisch bestätigt sind.

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