Die regierende Königsfamilie Al Nahyan aus Abu Dhabi soll zwischen 2019 und 2024 insgesamt 71 Millionen Euro an EU-Agrarförderung bezogen haben. Das berichtet The Guardian. Die Gelder seien über Agrarflächen in Rumänien, Italien und Spanien geflossen, die von der Familie kontrolliert würden.
Den Recherchen zufolge erhielten Unternehmen aus dem Umfeld der Familie in diesem Zeitraum 110 Subventionszahlungen. Die größte Summe sei an die rumänische Agrarholding Agricost gegangen, die nach Angaben des Berichts mit 57.000 Hektar zu den größten Agrarbetrieben Europas zählt.
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Insgesamt sollen mit der Familie verbundene Firmen weltweit rund 960.000 Hektar Acker- und Grünland kontrollieren. Das Vermögen der Al Nahyans wird dem Bericht zufolge auf 320 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Die Auszahlung der Agrarförderung an die von der Königsfamilie kontrollierten Betriebe dürfte nach Einschätzung des Guardian rechtlich zulässig sein. Das Agrar-Budget macht zwischen 2021 und 2027 mit rund 390 Milliarden Euro knapp ein Drittel des EU-Haushalts aus.
Forderung nach Kappung wird im EU-Parlament lauter
Der agrarpolitische Sprecher der Grünen im Europaparlament, Thomas Waitz, kritisierte laut dem Bericht die Zahlungen scharf. „Dass die zweitreichste Familie der Welt EU-Förderungen aus den Töpfen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in Anspruch nehmen kann, ist ein Skandal“, erklärte er. 99 Prozent der europäischen Landwirte erhielten demnach weniger als 100.000 Euro an Subventionen.
Das Agrar-Budget sei nicht für „fossile Brennstoffindustrie-Dynastien und Ultrareiche“ gedacht, sondern solle europäische Bauern stärken. Eine gerechte Verteilung der EU-Mittel sei nach den Worten von Waitz nur mit einer klaren Obergrenze möglich. Derzeit beraten EU-Kommission, Europaparlament und Mitgliedstaaten über eine Reform. Für die Förderperiode ab 2028 liegt ein Vorschlag vor, die Direktzahlungen pro Empfänger bei 100.000 Euro zu deckeln.
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