Die Commerzbank hat im ersten Quartal 2026 das nach eigenen Angaben beste Quartalsergebnis ihrer Geschichte erzielt und ihre mittelfristigen Ziele angehoben. Das operative Ergebnis stieg um elf Prozent auf 1,4 Milliarden Euro, das Nettoergebnis um neun Prozent auf 913 Millionen Euro, wie das Frankfurter Geldhaus am Freitag mitteilte. Die Erträge legten um fünf Prozent auf 3,2 Milliarden Euro zu. Allerdings wurde auch der Abbau vieler weiterer Stellen verkündet.
Für das laufende Geschäftsjahr hob die Bank ihr Gewinnziel von bisher mehr als 3,2 auf mindestens 3,4 Milliarden Euro an. Bis 2028 soll das Nettoergebnis auf 4,6 Milliarden Euro steigen, bis 2030 auf 5,9 Milliarden Euro. Die Nettoeigenkapitalrendite soll bis 2030 auf rund 21 Prozent klettern, das Kosten-Einkommens-Verhältnis auf 43 Prozent sinken.
KI-Investitionen und Stellenabbau gegen Unicredit
Im Rahmen der weiterentwickelten Strategie „Momentum 2030“ sollen konzernweit rund 3000 weitere Vollzeitstellen wegfallen. Im Gegenzug seien Aufbauten in Wachstumsfeldern geplant, teilte die Bank mit. Bis 2030 will sie kumuliert rund 600 Millionen Euro in künstliche Intelligenz investieren und ab diesem Zeitpunkt einen jährlichen Wertbeitrag von rund 500 Millionen Euro erzielen. Im vergangenen Jahr hatte die Commerzbank bereits 3000 Stellen abgebaut.
„Wir sind mit Ergebnissen auf Rekordniveau ins Jahr gestartet", erklärte Vorstandschefin Bettina Orlopp. „Daran muss sich jede Alternative messen lassen.“
Die Zahlen und Ziele dienen auch als Argumentation gegen die Übernahmepläne der Unicredit, die seit Ende 2024 Anteile aufgekauft hat und derzeit rund 25 Prozent hält. Am Dienstag legten die Italiener den Commerzbank-Aktionären offiziell ein Tauschangebot vor.
Mitten im Commerzbank-Drama: UniCredit baut Russland-Geschäft radikal um
Unicredit-Angebot an Commerzbank: „Jetzt zu verkaufen ist nicht attraktiv“
Unicredit-Pläne umstritten, der Kanzler schaltet sich ein
Die Commerzbank bezeichnete den Plan der Unicredit in einer Präsentation als vage und mit erheblichen Umsetzungsrisiken behaftet. Die Italiener böten keine Prämie. Um die von Unicredit angekündigten Personaleinsparungen von 800 Millionen Euro zu erreichen, müssten bei der Commerzbank rund 7000 Stellen wegfallen, hieß es. Solche Streichungen würden das Deutschland-Geschäft beeinträchtigen. Gesprächsbereitschaft signalisierte die Bank nur, sofern Unicredit eine attraktive Prämie biete.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte das Vorgehen der Unicredit am Donnerstag bei einer Veranstaltung der Deutschen Industrie- und Handelskammer erneut kritisiert: „Feindliches und aggressives Vorgehen lehnen wir entschieden ab.“ Der Bund hält noch 12,1 Prozent an der Commerzbank. (mit dpa)
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]