Nach dem Aufsehen um einen mehrfach an der deutschen Ostseeküste gestrandeten Buckelwal „Timmy“ haben Bund und Länder die Erarbeitung eines einheitlichen Konzepts für den Umgang mit Walstrandungen auf den Weg gebracht. Die Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Nord- und Ostsee hat den Auftrag erhalten, entsprechende Vorschläge bis zur nächsten Umweltministerkonferenz im Herbst vorzulegen, wie das Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern zum Abschluss der Frühjahrskonferenz der Umweltminister in Leipzig mitgeteilt hat.
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sagte, solche Einsätze seien „hochkomplex“. Es brauche „klare Verantwortlichkeiten, abgestimmte Prozesse und eine gemeinsame Linie“ über Ländergrenzen hinweg. Der Beschluss zeige, „dass wir die Sache nicht nur ernst nehmen, sondern auch Konsequenzen daraus entwickeln“. Mecklenburg-Vorpommern fordert nach eigenen Angaben zudem einen bundesländerübergreifenden „Runden Tisch Walstrandungen“.
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Wochenlanges Geschehen mit ungewissem Ausgang
Rund zwei Monate lang hatte ein verirrter junger Buckelwal mit wiederholten Strandungen vor der deutschen Ostseeküste für Aufmerksamkeit gesorgt. Das geschwächte Tier wurde schließlich von einer privat finanzierten Initiative mit einem Lastkahn in die Nordsee transportiert, nachdem Experten und Behörden den Wal bereits aufgegeben hatten. Seitdem ist nach Angaben des Ministeriums unklar, was aus dem Meeressäuger geworden ist und ob er noch lebt. Fachleute des Deutschen Meeresmuseums bezweifeln laut den vorliegenden Informationen, dass er überlebt hat.
Wissenschaftler hatten die Rettungsaktion sehr kritisch gesehen. Das Umweltministerium in Schwerin duldete sie nach anfänglichem Zögern.
Backhaus fordert mehr Meeresschutz
Backhaus sprach sich darüber hinaus für einen stärkeren Meeresschutz aus. Es brauche Rückzugsräume, in denen sich Arten und Lebensräume ohne Beeinträchtigungen durch menschliche Nutzung erholen könnten. „Solche geschützten Bereiche sind ein zentraler Baustein für den Schutz von Meeressäugern, weil sie Störungen reduzieren und sichere Rückzugsräume schaffen“, sagte der Minister.
Die Umweltministerkonferenz tagte unter sächsischem Vorsitz in Leipzig. Auf dem Programm standen den Angaben zufolge auch Beratungen über Klimapolitik, Energiewende und die Bekämpfung von Umweltstraftaten. Erwartet wurde dort auch Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD).
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