Seit Kriegsbeginn

Erster katarischer LNG-Tanker durchquert offenbar erfolgreich die Straße von Hormus

Katar gelingt mit dem Tanker „Al Kharaitiyat“ wohl der erste Flüssiggasexport durch die strategisch wichtige Meerenge seit Kriegsbeginn. Zuvor waren mehrere Versuche gescheitert.

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Die U.S. Navy blockiert einen iranischen Ölfrachter in der Straße von Hormus. Einem katarischen LNG-Tanker ist nun wohl die Passage gelungen.

Die U.S. Navy blockiert einen iranischen Ölfrachter in der Straße von Hormus. Einem katarischen LNG-Tanker ist nun wohl die Passage gelungen.

© US NAVY/AFP

Der Tanker „Al Kharaitiyat“ hat nach Angaben des Finanzdienstes Bloomberg die Straße von Hormus durchquert und befindet sich nun im Golf von Oman. Das Schiff sei Anfang des Monats am Exportterminal Ras Laffan beladen worden und steuere als nächstes Ziel den pakistanischen Hafen Qasim an, wie aus von Bloomberg ausgewerteten Schiffsverfolgungsdaten hervorgeht. Es wäre die erste katarische Flüssiggaslieferung aus der Region seit Kriegsbeginn.

Der Tanker habe die von Teheran genehmigte nördliche Route entlang der iranischen Küste genutzt und bereits am Samstag die iranische Insel Larak passiert, berichtete Bloomberg weiter. Das Schiff fahre unter der Flagge der Marshallinseln und werde von der katarischen Reederei Nakilat betrieben, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Daten des Finanzdienstleisters LSEG angibt. Die Ladekapazität liege bei rund 212.000 Kubikmetern.

Von Nakilat und dem staatlichen Unternehmen QatarEnergy lag zunächst keine Stellungnahme vor.

Mehrere frühere Versuche gescheitert

Katar hatte zuvor mehrfach vergeblich versucht, LNG-Lieferungen durch die Meerenge zu schicken. Am 6. April hätten die iranischen Revolutionsgarden die Tanker „Al Daayen“ und „Rasheeda“ ohne Angabe von Gründen zum Halten aufgefordert, berichtete Reuters unter Berufung auf eine mit dem Vorgang vertraute Person.

Das Land war im vergangenen Jahr für nahezu ein Fünftel der weltweiten LNG-Versorgung verantwortlich. Nach Angaben von Reuters haben iranische Angriffe 17 Prozent der katarischen LNG-Exportkapazität ausgeschaltet. Die Reparaturen sollen drei bis fünf Jahre dauern und betreffen eine Jahreskapazität von 12,8 Millionen Tonnen.

Lieferungen weit unter Vorkriegsniveau

Die weitgehende Blockade der Meerenge hat laut Bloomberg die weltweiten LNG-Lieferungen stark beeinträchtigt, die Preise nach oben getrieben und in mehreren asiatischen Ländern zu Engpässen geführt. Mindestens zwei Tanker, die an einer Anlage des staatlichen Ölunternehmens Abu Dhabis Adnoc beladen worden seien, hätten die Meerenge seit Konfliktbeginn passiert. Das liege jedoch deutlich unter dem Vorkriegsniveau von rund drei Lieferungen pro Tag aus dem Persischen Golf.

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Die amerikanische Marine hatte Anfang der Woche ihre Eskortmission „Project Freedom“ für Handelsschiffe in der Meerenge nach kurzer Zeit ausgesetzt. Seither sei kein Schiff mehr auf einer vollständigen Passage beobachtet worden, berichtete Bloomberg. Die Überprüfung des Schiffsverkehrs werde jedoch zunehmend schwieriger, da viele Schiffe ihre Funksignale abschalteten oder manipulierten.

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