Ukraine-Krieg

Nach Angriffen auf Moskau: Selenskyj sieht neue Phase im Krieg

Nach Darstellung von Wolodymyr Selenskyj verändert sich durch die größere Reichweite ukrainischer Waffen aktuell die Lage im Krieg. Zuvor war es in Moskau zu Angriffen mit Toten gekommen.

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Seinen Angaben zufolge verändert sich die Dynamik im  Krieg gegen Russland.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Seinen Angaben zufolge verändert sich die Dynamik im Krieg gegen Russland.

© Emrah Gurel/AP

Mit Drohnenangriffen auf die Region Moskau und Ziele in mehr als 500 Kilometern Entfernung hat die Ukraine nach Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft eine neue Phase im Krieg gegen Russland eingeläutet. Russische Behörden meldeten mindestens drei Tote und mehrere Verletzte.

Die größere Reichweite der neuesten ukrainischen Waffen verändert dabei nach Einschätzung von Selenskyj die Lage im Krieg derzeit erheblich. Dabei verwies er auf die jüngsten Angriffe gegen die russische Hauptstadt Moskau und weiter entfernte Ziele. „Die Entfernung zu den Zielen beträgt diesmal mehr als 500 Kilometer, was auch deshalb von Bedeutung ist, weil die Region Moskau am stärksten mit russischen Luftabwehrmitteln gesättigt ist“, sagte Selenskyj. Die ukrainischen Langstreckenwaffen überwänden diese Abwehr bereits. Auch Partnerländer würden die veränderte Dynamik wahrnehmen.

Die Russen sollten sich nun Gedanken über ihre eigenen Raffinerien, Ölförderanlagen und Unternehmen machen, sagte Selenskyj weiter. Der Krieg kehre damit nach Russland „in seinen Heimathafen zurück“.

Mehrere Tote bei Drohnenangriffen nahe Moskau

Bei den Angriffen wurden nach Angaben russischer Behörden mindestens drei Menschen getötet. Eine Frau starb in der Stadt Chimki nordwestlich von Moskau, im Dorf Pogorelki kamen zwei Männer ums Leben, als Drohnentrümmer ein im Bau befindliches Haus trafen, wie der Gouverneur des Moskauer Gebiets, Andrej Worobjow, der Nachrichtenagentur Interfax mitteilte. Bürgermeister Sergej Sobjanin sprach in Moskau von zwölf Verletzten bei einem Angriff auf eine Ölraffinerie im Bezirk Kapotnja.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters, landesweit seien binnen 24 Stunden 556 Drohnen abgeschossen worden. Der Moskauer Flughafen Scheremetjewo teilte mit, Trümmerteile seien auf dem Gelände niedergegangen, ohne Schäden zu verursachen. Rund 200 Flüge seien dort verspätet oder gestrichen worden.

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Die Angriffe seien eine „völlig gerechtfertigte Antwort“ auf die anhaltenden russischen Angriffe gegen ukrainische Städte, hatte Selenskyj Selenskyj am Nachmittag erklärt. „Dieses Mal haben die ukrainischen Langstreckenfähigkeiten die Region Moskau erreicht. Wir sagen den Russen klar: Ihr Staat muss diesen Krieg beenden.“ Zuvor hatte Selenskyj nach einem russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew mit 24 Toten am Donnerstag Vergeltung angekündigt.

SBU bestätigt Angriffe auf Rüstungs- und Energieziele

Der ukrainische Geheimdienst SBU hatte bestätigt, die Operation gemeinsam mit den Streitkräften durchgeführt zu haben. Ziele im Gebiet Moskau seien unter anderem das mit Sanktionen belegte Halbleiterwerk Angstrem, die Moskauer Ölraffinerie sowie zwei Pumpstationen für Treibstoff gewesen. Auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim seien Luftabwehrsysteme und Anlagen des Militärflugplatzes Belbek angegriffen worden.

Auch die Ukraine meldete russische Angriffe. Nach Angaben der Luftwaffe setzte Russland in der Nacht 287 Angriffsdrohnen ein, von denen 279 abgeschossen oder durch elektronische Kriegsführung neutralisiert worden seien. An sieben Orten seien Treffer registriert worden. Die Angaben beider Seiten lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

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