Amnesty

Bericht: Zahl der Hinrichtungen auf höchstem Stand seit Jahrzehnten

Die Zahl der weltweiten Hinrichtungen ist einem Bericht zufolge im vergangenen Jahr gestiegen. Es gebe eine hohe Dunkelziffer.

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Eine Todeszelle in einem US-Gefängnis

Eine Todeszelle in einem US-Gefängnis

© Paul Buck/epa/dpa

Die Zahl der vollstreckten Todesurteile ist im Jahr 2025 nach Angaben der Organisation Amnesty International weltweit auf den höchsten Wert seit mehr als vier Jahrzehnten gestiegen. Im vergangenen Jahr seien in 17 Ländern mindestens 2707 Menschen hingerichtet worden. Einen höheren Wert hatte die Organisation zuletzt 1981 erfasst.

Ein großer Teil des Anstiegs ist dem Bericht zufolge auf den Iran zurückzuführen, wo es mindestens 2159 Hinrichtungen gegeben habe – mehr als doppelt so viele wie 2024. In Saudi-Arabien wurden mindestens 356 Menschen exekutiert. Deutliche Zuwächse meldet Amnesty zudem für die USA (von 25 auf 47), Singapur (von 9 auf 17), Ägypten (von 13 auf 23) und Kuwait (von 6 auf 17).

Amnesty: Keine Daten aus China

Amnesty beruft sich nach eigenen Angaben auf zahlreiche verschiedene Quellen, darunter offizielle Zahlen, Urteile, Angaben von Verurteilten, ihren Familien oder Vertretern, Medienberichte und andere Organisationen. Die tatsächliche Zahl der Hinrichtungen liegt nach Einschätzung der Organisation deutlich höher.

Hinrichtungen in China wurden nicht erfasst, da entsprechende Informationen als Staatsgeheimnis gelten würden, wie Amnesty mitteilte. In dem Land würden nach Schätzungen der Organisation jährlich tausende Personen hingerichtet. Auch aus Belarus, Laos und Nordkorea lägen kaum verlässliche Angaben vor.

Hinrichtungen wegen Drogendelikten

Rund 46 Prozent der dokumentierten Exekutionen – 1257 Fälle – stehen laut Bericht im Zusammenhang mit Drogendelikten. Allein in Iran seien dies 998 Fälle gewesen, in Saudi-Arabien 240, in Singapur 15 und in Kuwait zwei. Algerien, Kuwait und die Malediven hätten Gesetzentwürfe vorgelegt, um den Anwendungsbereich auf Drogendelikte auszuweiten.

Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland, sagte, die Todesstrafe sei „unmenschlich, endgültig und lässt keinen Raum für Fehler oder Gerechtigkeit“.

Trotz des Anstiegs bleibt die Anwendung der Todesstrafe laut Amnesty global die Ausnahme. In Europa und Zentralasien seien 2025 keine Hinrichtungen registriert worden. Auf dem amerikanischen Kontinent seien die USA im 17. Jahr in Folge das einzige Land mit Hinrichtungen gewesen. 113 Länder hätten die Todesstrafe inzwischen gesetzlich abgeschafft. Vietnam strich die Todesstrafe für acht Straftatbestände, Gambia unter anderem für Mord und Hochverrat.

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Die in London ansässige Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurde 1961 gegründet und wird nach eigenen Angaben zu einem großen Teil aus kleinen Spenden von Privatpersonen finanziert.

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