Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un hat erklärt, dass Pläne zur Stärkung von Fronttruppen an der südlichen Grenze sowie anderer wichtige Einheiten für die „gründlichere Abschreckung vor Kriegen“ von zentraler Bedeutung seien. Die Grenze solle zu einer „uneinnehmbaren Festung“ werden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA.
Kim äußerte sich bei einem Treffen mit Befehlshabern der nordkoreanischen Armee. Er rief die Kommandeure dazu auf, wachsam gegenüber dem „Erzfeind“ zu bleiben – ein Begriff, den Pjöngjang laut Reuters für Südkorea verwendet. Er kündigte weiterhin an, das Ausbildungssystem zu reformieren und stärker auf Übungen auszurichten, die moderner Kriegführung entsprechen. Auch die militärische Organisationsstruktur solle überarbeitet werden.
Südkorea will „Entwicklungen genau beobachten“
Nach Angaben der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap nahmen schätzungsweise 180 bis 250 Offiziere an dem Treffen teil. Es sei dem Bericht zufolge die erste bekannte Zusammenkunft dieser Art seit Kims Amtsantritt Ende 2011 gewesen. „Die Regierung wird die damit verbundenen Entwicklungen weiterhin genau beobachten“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums dem Bericht zufolge.
Der südkoreanische Generalstab teilte laut Reuters am Montag mit, nordkoreanische Truppen hätten seit März verstärkt Befestigungsarbeiten nahe der Landgrenze vorgenommen, unter anderem durch den Bau von Mauern. Bereits Anfang des Monats hatte Kim laut Yonhap angeordnet, bis Jahresende eine neue selbstfahrende Haubitze an der Südgrenze zu stationieren.
Hong Min, leitender Forscher am Korea Institute for National Unification in Seoul, sagte laut Reuters, Kims Verweise auf moderne Kriegführung spiegelten vermutlich Lehren wider, die Pjöngjang aus dem Krieg in der Ukraine und Konflikten im Nahen Osten gezogen habe – darunter der Einsatz von Drohnen, Präzisionsschlägen und elektronischer Kriegführung.
Nord- und Südkorea befinden sich formell weiterhin im Kriegszustand, da der Korea-Krieg von 1950 bis 1953 lediglich mit einem Waffenstillstand und nicht mit einem Friedensvertrag endete. Ende 2023 hatte Kim die Beziehung zu Südkorea als eine „zweier einander feindlich gesinnten Staaten“ beschrieben, wie Yonhap berichtet.
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