Bei der Explosion einer Autobombe in der syrischen Hauptstadt Damaskus ist am Dienstag ein Soldat ums Leben gekommen. Mindestens 18 weitere Menschen wurden verletzt, wie das syrische Verteidigungsministerium laut der staatlichen Nachrichtenagentur Sana mitteilte. Der Leiter der Rettungs- und Notfalldirektion, Najib al-Nassan, bestätigte gegenüber Sana, dass die Verletzten in Krankenhäuser gebracht wurden.
Der Sprengsatz detonierte in der Nähe eines Gebäudes des Verteidigungsministeriums im Stadtteil Bab Sharqi, wie Reuters und die Times of Israel unter Berufung auf das Ministerium berichten. Nach Angaben der Medien- und Kommunikationsdirektion des Ministeriums hatten Soldaten zuvor einen anderen Sprengsatz in der Umgebung entdeckt und versuchten gerade, diesen zu entschärfen, als das mit Sprengstoff beladene Fahrzeug in unmittelbarer Nähe explodierte.
Anwohner berichteten laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa), mehrere Fahrzeuge seien in Brand geraten oder beschädigt worden. Nach der Detonation seien zudem Schüsse zu hören gewesen. Bislang bekannte sich keine Gruppierung zu dem Anschlag.
Sicherheitslage in Syrien weiterhin angespannt
Nach Informationen der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, auf die sich die dpa beruft, riegelten Sicherheitskräfte das betroffene Gebiet weiträumig ab. Mehrere junge Männer, die versucht hätten, Fotos vom Ort des Geschehens zu machen, seien festgenommen worden. Rettungskräfte in Krankenwagen seien umgehend zum Explosionsort geeilt. Die Behörden hätten Ermittlungen zur Klärung der Hintergründe eingeleitet.
Der Vorfall verdeutlicht, dass die Sicherheitslage in Syrien auch nach dem offiziellen Ende des Bürgerkriegs angespannt bleibt. Insbesondere die Hauptstadt Damaskus, in der zentrale Regierungseinrichtungen ihren Sitz haben, gilt weiterhin als potenzielles Ziel für Anschläge. Dass der Sprengstoffanschlag unmittelbar gegen eine Einrichtung des Verteidigungsministeriums gerichtet war, deutet auf einen gezielten Angriff gegen staatliche Sicherheitsstrukturen hin. Wer hinter der Tat steckt und welche Motive die Verantwortlichen verfolgten, blieb am Dienstag zunächst offen. Auch zur Identität der Festgenommenen und zu möglichen weiteren Verdächtigen machten die syrischen Behörden laut den vorliegenden Berichten keine näheren Angaben.
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