Mit einem Budget von rund 18 Millionen Euro startet das Forschungsprojekt TransEuroOGS den Aufbau eines quantengesicherten Netzes optischer Bodenstationen in vier EU-Mitgliedstaaten. Ziel ist eine abhörsichere Kommunikation zwischen Satelliten und terrestrischen Netzen in Europa.
Acht optische Bodenstationen in Deutschland, Griechenland, Irland und Luxemburg sollen im Rahmen des Projekts TransEuroOGS miteinander verbunden werden. Das teilte das Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena mit. Finanziert wird das Vorhaben von der Europäischen Union sowie den Regierungen der beteiligten Mitgliedstaaten. Offiziell gestartet wurde das Projekt mit einer Auftaktveranstaltung am 29. und 30. April in Berlin und Jena, an der nach Angaben des Instituts rund 30 Teilnehmer der insgesamt 15 Projektpartner mitwirkten. Zu den Partnern zählen Universitäten, Industrieunternehmen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, zwei nationale Weltraumagenturen und zwei Ministerien.
TransEuroOGS ist Teil der EuroQCI-Initiative, eines Programms zum EU-weiten Aufbau einer Quantenkommunikationsinfrastruktur. Im Mittelpunkt steht der Einsatz der sogenannten Quantenschlüsselverteilung (QKD), die eine abhörsichere Datenübertragung ermöglichen soll. Das Projekt werde sich zudem an der Erarbeitung einheitlicher europäischer Standards beteiligen, um ein interoperables Netz an Bodenstationen zu schaffen, hieß es vom Fraunhofer IOF.
Fraunhofer-Institut eröffnet neues Labor für Quantentechnologie in Jena
Quantenkommunikation unabdingbar für Cybersicherheit
Der Projektkoordinator Torsten Siebert vom Fraunhofer IOF erklärte, in der gemeinsamen Arbeit zur Etablierung quantengesicherter Kommunikation über den europäischen Kontinent hinweg stehe die Kooperation für das Potenzial, das in ganz Europa vorhanden sei, wenn Ressourcen aus Forschung und Industrie zusammengeführt würden. Die enge Zusammenarbeit aller Mitwirkenden im EuroQCI-Programm sei entscheidend, um die Technologie der Anwendung näherzubringen.
Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Matthias Hauer, sagte zum Projektstart, gemeinsam mit den europäischen Partnern gestalte man die Zukunft der Quantenkommunikation. Diese sei unabdingbar für die Cybersicherheit im Quantenzeitalter, da sie abhörsichere Kommunikation ermögliche. Mit der Hightech Agenda Deutschland solle sichergestellt werden, dass Deutschland zu einem führenden Quantentechnologieland wird.
Thüringer Photonikbranche fordert schnelleren Transfer der Forschung in die Wirtschaft
Das Projekt soll die beteiligten Bodenstationen technisch auf eine Ebene bringen und auf anstehende europäische Satellitenmissionen vorbereiten, darunter EAGLE-1 und SAGA. Die geografische Verteilung der Standorte von Nordwest- bis Südosteuropa umfasse nach Angaben des Fraunhofer IOF auf einzigartige Weise Inseln und Festland sowie ländliche und städtische Gebiete und damit unterschiedliche meteorologische Bedingungen. Die Bodenstationen sollen mit lokalen terrestrischen Glasfasernetzen verbunden werden, um eine Schnittstelle zwischen Weltraum- und Bodensegment bereitzustellen. Am Ende soll eine Demonstration der Interoperabilität in der Quantenschlüsselverteilung für transnationale Kommunikation stehen.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]