Indische Wirtschaft

Wegen Iran-Krieg: Indiens Premier Modi kritisiert Hochzeiten im Ausland

Indiens Premier will den Abfluss von Devisen ins Ausland verhindern. Nun appelliert angesichts der wirtschaftlichen Lage an seine Landsleute, in Indien zu heiraten.

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Der indische Premierminister Narendra Modi ruft seine Landsleute auf, im Inland zu heiraten.

Der indische Premierminister Narendra Modi ruft seine Landsleute auf, im Inland zu heiraten.

© Alberto Pizzoli/AFP

Indiens Premierminister Narendra Modi hat die Bürger Indiens angesichts wirtschaftlicher Belastungen durch den Krieg im Nahen Osten aufgerufen, auf Hochzeitsfeiern im Ausland zu verzichten. Sie sollten stattdessen Ziele im eigenen Land für die oft kostspieligen Feiern wählen.

Bei einer Veranstaltung im Bundesstaat Gujarat sagte der Regierungschef in dieser Woche, der Trend zu Auslandshochzeiten wachse rasch und führe zu einem hohen Abfluss von Devisen. „Wenn es um Hochzeiten geht, glaube ich nicht, dass es für uns einen schöneren oder heiligeren Ort geben könnte als unser eigenes Indien“, sagte Modi laut dem US-Sender CNN.

Als mögliches Hochzeitsziel im Inland warb Modi für die Statue der Einheit im Bundesstaat Gujarat und schlug den Aufbau einer eigenen Hochzeitsinfrastruktur an dem Monument vor.

Hintergrund des Appells ist die wirtschaftliche Belastung durch den Iran-Krieg. Indien deckt nach Angaben von CNN rund 90 Prozent seines Öl- und Gasbedarfs durch Importe, vor allem aus dem Nahen Osten. Spannungen rund um die Straße von Hormus haben die Sorge vor Lieferengpässen und steigenden Importkosten verstärkt. Die indische Rupie hat seit Kriegsbeginn nach Angaben von CNN mehr als fünf Prozent an Wert verloren und ist damit derzeit die schwächste größere asiatische Währung.

Aufruf zu Sparsamkeit bei Treibstoff und Gold

Modi forderte die 1,4 Milliarden Einwohner zudem zuletzt auf, Treibstoff zu sparen, verstärkt öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, Fahrgemeinschaften zu bilden und wieder im Homeoffice zu arbeiten. Auch Goldkäufe sollten für ein Jahr aufgeschoben werden. „Ein riesiger Betrag an Geld des Landes fließt durch Goldimporte ins Ausland“, sagte Modi laut der Nachrichtenseite India Today.

Oppositionspolitiker Rahul Gandhi vom Indischen Nationalkongress wies die Appelle zurück. „Das sind keine Predigten – das sind Beweise des Scheiterns“, schrieb Gandhi laut CNN in sozialen Medien. Modis Forderungen nach Verzicht gingen an den tieferliegenden wirtschaftlichen Problemen Indiens vorbei.

Indiens Hochzeitsbranche hat laut einem von CNN zitierten Bericht der US-Investmentbank Jefferies ein Volumen von rund 130 Milliarden US-Dollar und ist damit nach Lebensmitteln der zweitgrößte Konsumsektor des Landes. Jährlich finden in Indien demnach acht bis zehn Millionen Hochzeiten statt.

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