Die Zahl der Ölverschmutzungen im Persischen Golf ist seit Beginn des Krieges in der Region erheblich gestiegen, wie Bloomberg unter Berufung auf Satellitenbilder berichtet. Als mögliche Ursachen nennen Fachleute dem Bericht zufolge Angriffe auf Schiffe und Öl-Infrastruktur sowie technische Probleme beim Be- und Entladen von Treibstoff.
Die Straße von Hormus, eine zentrale Handelsroute, die den Persischen Golf und das Arabische Meer verbindet, ist seit Kriegsbeginn Ende Februar weitgehend gesperrt. Mehrere Schiffe wurden von laut Bloomberg von Geschossen und Trümmern abgefangener Drohnen und Raketen getroffen. Auch Energieanlagen an Land seien angegriffen worden.
Größte Ölaustritte vor Irans Insel Charg
Die bislang größten Ölaustritte stammen laut dem spanischen Unternehmen Orbital, das auf die Erkennung von Ölverschmutzungen über Satellitenbilder spezialisiert ist, von der iranischen Insel Kharg, dem wichtigsten Ölexportterminal des Landes, berichtet Bloomberg. Ein Vorfall am 6. Mai habe ein Volumen zwischen 300 und 3000 Barrel umfasst, ein weiterer am 16. Mai zwischen 200 und 2000 Barrel.
Genaue Mengen des im Persischen Golf freigesetzten Öls ließen sich allein per Satellit nicht bestimmen, sagte Orbital-Geschäftsführer Juan Peña laut Bloomberg. Zuerst hatte die New York Times über den Vorfall berichtet.
Eine Orbital-Analyse zeigte Bloomberg zufolge, dass sich am 4. Mai ein weiterer, kleinerer Vorfall in der Straße von Hormus ereignete. Nach Berichten über einen Adnoc-Tanker sei ein 33,2 Quadratkilometer großer Ölteppich mit einem geschätzten Volumen von 25 bis 230 Barrel Öl ins Meer ausgetreten.
Zudem hat ein Ölteppich die iranischen Insel Shidvar erreicht, ein Naturschutzgebiet, das Korallenriffe und Brutgebiete für mehr als 80.000 Vögel beherbergt, wie die New York Times berichtet. Die umliegenden Gewässer bieten dem Bericht zufolge unter anderem Schutz für gefährdete Meeresschildkröten und Delfine. Die Zeitung verifizierte nach eigenen Angaben dunkle, große Ölbänder entlang der Küste der Insel.
Warnung vor Folgen für Küsten und Tierwelt
Die Ölverschmutzungen, die sich in iranischen Gewässern befinden, seien noch nicht enorm, jedoch „handelt es sich um eine sehr große Menge Öl“, sagte Peña laut Bloomberg. „Wir wissen nicht, ob bereits Maßnahmen zur Beseitigung der Verschmutzung eingeleitet wurden – es gibt keinerlei Anzeichen dafür.“
Im Golfkrieg 1991 gelangten nach einer 2018 in der Fachzeitschrift Environment and Natural Resources Research veröffentlichten Studie elf Millionen Barrel Öl ins Meer, wie Bloomberg berichtet. Das Öl verschmutzte Boden und Grundwasser entlang der kuwaitischen und nördlichen saudischen Küste. Bis zu 10.000 Tonnen Fisch seien damals unbrauchbar geworden, 30.000 Vögel verendet.
Straße von Hormus: Iran festigt Kontrolle mit Checkpoints auf Inseln
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]