Nigerias Anti-Drogen-Behörde NDLEA hat nach eigenen Angaben das bislang größte Methamphetamin-Labor des Landes ausgehoben und ein transnationales Drogenkartell zerschlagen. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, fand die Razzia in einem abgelegenen Waldgebiet im Ijebu-Distrikt des Bundesstaates Ogun statt, der an die Wirtschaftmetropole Lagos grenzt.
Bei der Operation wurden laut AP zunächst sieben Mitglieder des Kartells festgenommen, darunter vier Nigerianer und drei Mexikaner. Bei Folgeeinsätzen kamen drei weitere Verdächtige hinzu. Sichergestellt wurden 2,4 Tonnen chemische Materialien einschließlich Methamphetamin im Wert von rund 480 Milliarden Naira (etwa 363 Millionen US-Dollar) sowie zwei Fahrzeuge.
Drahtzieher in seinem Wohnhaus gefasst
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, war den Razzien eine monatelange Geheimdienstarbeit vorausgegangen. Die koordinierten Einsätze auf einer Farm im Bundesstaat Ogun und in verbundenen Objekten in Lagos seien innerhalb von 48 Stunden durchgeführt worden. Den mutmaßlichen Drahtzieher, den Nigerianer Anochili Innocent, fassten die Ermittler laut Reuters in seinem Wohnhaus in Lagos. Die drei Mexikaner beschrieb NDLEA-Chef Brigadegeneral Mohamed Buba Marwa als „Köche“, die das technische Know-how zur Herstellung der Droge einbrachten.
„Dieses Netzwerk hat nicht nur mit Drogen gehandelt, sondern hochgiftige illegale Substanzen in industriellem Maßstab direkt auf unserem Boden produziert und damit die nationale Sicherheit und die öffentliche Gesundheit Nigerias bedroht“, zitiert AP Marwa. Laut Reuters wertete der Behördenchef den Fund als Hinweis darauf, dass Drogenkartelle zunehmend Produktionsstandorte in Nigeria aufbauen, statt das Land nur als Transitroute zu nutzen.
Afrika Schwerpunkt illegalen Drogenhandels
Wie BBC-Pidgin berichtet, stellten die Ermittler in der Wohnung des mutmaßlichen Anführers in Lagos die Pässe und Mobiltelefone der drei Mexikaner sicher, was diese direkt mit dem Labor verbinde. Bereits im August 2022 hatte die NDLEA laut BBC zwei Meth-Labore in den Bundesstaaten Lagos und Anambra ausgehoben und mehr als 258 Kilogramm Crystal Meth sichergestellt.
Nach Angaben des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC), auf die sich sowohl AP als auch BBC berufen, haben sich West- und Zentralafrika wegen durchlässiger Grenzen und Korruption zu einem Schwerpunkt für den globalen Handel und die Herstellung illegaler Drogen entwickelt. Die BBC verweist zudem auf Analysen der Global Initiative Against Transnational Organized Crime, wonach der Handel mit synthetischen Drogen in der Region zuletzt stark gewachsen sei und die Drogen vor allem nach Ostasien und Südafrika geschmuggelt würden.
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