Wohnungspolitik

„Vonovia hat gelogen“: Linke startet Kampagne gegen Wohnungskonzern

Die Linke geht mit einer bundesweiten Aktion gegen den Immobilienkonzern Vonovia vor. Parteichef Jan van Aken erhebt schwere Vorwürfe.

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Jan van Aken, Parteivorsitzender der Partei Die Linke, attackiert den Konzern Vonovia.

Jan van Aken, Parteivorsitzender der Partei Die Linke, attackiert den Konzern Vonovia.

© Katharina Kausche/dpa

Die Linke hat eine bundesweite Kampagne gegen den Wohnungskonzern Vonovia gestartet. Unter dem Motto „Schluss mit der Vonovia-Abzocke“ will die Partei nach eigenen Angaben Betroffene organisieren und mutmaßliche Verstöße des Unternehmens dokumentieren. Über ein Online-Formular sollen Mieter anonym Hinweise auf überhöhte Abrechnungen, fragwürdige Mieterhöhungen oder ignorierte Mängel melden können.

Parteichef Jan van Aken warf dem Konzern in einem Interview mit dem Nachrichtensender n-tv vor, bei Nebenkostenabrechnungen zu täuschen. „Vonovia hat gelogen, Mieter kriegen bares Geld zurück“, sagte van Aken. Die Partei unterstütze Mieter dabei, aus ihrer Sicht zu hoch angesetzte Nebenkosten zurückzufordern. Die Gewinne des Unternehmens bezeichnete er als „Diebstahl aus den Taschen der Mieterinnen und Mieter“.

Berliner Mieter in Konflikt mit Vonovia

Zudem verlangt van Aken, Wohnungen großer privater Konzerne in öffentliche oder gemeinnützige Trägerschaft zu überführen. Damit könnten nach seinen Worten hunderttausende Haushalte dauerhaft entlastet werden. Vonovia verfügt nach Angaben der Linken bundesweit über mehr als 540.000 Wohnungen.

Die Partei kündigte zudem an, die Bundesbauministerin im Bundestag mit den Vorwürfen zu konfrontieren und eine Aktuelle Stunde zu beantragen. Geprüft werden solle auch ein Entzug der Börsenzulassung für solche Konzerne.

Vorausgegangen waren mehrere Konflikte zwischen Mietern und dem Unternehmen. In Berlin hatte Vonovia im Dezember angekündigt, zahlreiche Mieterhöhungen zurückzunehmen. Das Landgericht Berlin hatte zuvor die vom Konzern angeführten Wohnwertmerkmale „überdurchschnittliche ÖPNV-Anbindung“ und „überdurchschnittliche Nahversorgung“ als unzulässig zurückgewiesen, da diese bereits im Mietspiegel berücksichtigt seien.

Das Berliner Bündnis gegen Vonovia fordert nach Angaben der Initiative Deutsche Wohnen & Co. enteignen Rückerstattungen in Millionenhöhe. „Millionen Euro wurden illegal kassiert“, erklärte Bündnis-Sprecherin Jasmina Rühl.

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