Ukraine-Krieg

Russischer Großangriff auf Kiew zerstört Teile des ARD-Studios und beschädigt DW-Büro

Russland greift Kiew mit 600 Drohnen und 90 Raketen an. Auch das ARD-Studio und das DW-Büro werden schwer beschädigt. Mitarbeitende blieben unverletzt.

Lea Brüggemann
Lea Brüggemann
2 Min
Das ARD-Studio wurde bei dem russischen Luftangriff auf Kiew massiv beschädigt und in Teilen zerstört.

Das ARD-Studio wurde bei dem russischen Luftangriff auf Kiew massiv beschädigt und in Teilen zerstört.

© WDR/dpa

Bei einem massiven russischen Luftangriff in der Nacht zum Sonntag sind in Kiew das zentral gelegene Studio der ARD sowie das Büro der Deutschen Welle (DW) erheblich beschädigt worden. Wie der Westdeutsche Rundfunk (WDR), der für das ARD-Studio verantwortlich ist, in Köln mitteilte, stürzten Wände ein, Fensterrahmen wurden herausgerissen und Technik wurde zerstört, vermutlich durch die Druckwellen der Einschläge. Verletzt wurde niemand, da sich zum Zeitpunkt des Angriffs keine Mitarbeitenden im Studio aufhielten.

Studioleiter Vassili Golod sprach von einem „Schock“. „Rausgerissene Fensterrahmen, überall Splitter, zerstörte Technik – den eigenen Arbeitsplatz völlig verwüstet zu sehen, ist ein Schock“, sagte Golod. Die russischen Luftangriffe seien seit Jahren „Teil der brutalen Lebensrealität in der Ukraine“. Er habe großen Respekt vor dem Team, das sich nicht einschüchtern lasse.

WDR-Intendantin Katrin Vernau zeigte sich erleichtert, dass niemand zu Schaden kam. Die statische Sicherheit des Gebäudes muss laut WDR nun geprüft werden. Die Berichterstattung werde über mobile technische Lösungen und Ausweichmöglichkeiten fortgesetzt.

Alle Mitarbeitenden wohlauf

Auch im DW-Büro entstanden Schäden an Fenstern und Decken, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Büroleiter Mykola Berdnyk teilte mit, alle Mitarbeitenden seien wohlauf und hätten ihre Schichten am Sonntagmorgen wieder aufgenommen. DW-Intendantin Barbara Massing erklärte laut AFP, der Vorfall zeige einmal mehr die Bedingungen, unter denen Journalistinnen und Journalisten in der Ukraine arbeiteten.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) verurteilte den Vorfall. Bundesvorsitzender Mika Beuster sprach von einem „Angriff auf die Rundfunkfreiheit“. Der SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetovic forderte im Tagesspiegel, den russischen Botschafter einzubestellen.

Laut der Nachrichtenagentur AP setzte Russland bei dem Angriff nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erstmals seit Längerem wieder die hyperschallschnelle Mittelstreckenrakete Oreschnik ein, die die Stadt Bila Zerkwa traf. Insgesamt seien 600 Drohnen und 90 Raketen abgefeuert worden, von denen die ukrainische Luftabwehr 549 Drohnen und 55 Raketen abfing. Mindestens zwei Menschen wurden getötet, 83 weitere verletzt. Schäden wurden an 50 Orten in mehreren Stadtteilen registriert.

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