Die weltweite Nachfrage nach Komponenten für künstliche Intelligenz hat für Bewegung in der Chipbranche gesorgt: Der südkoreanische Speicherhersteller SK Hynix überschritt erstmals eine Marktkapitalisierung von einer Billion US-Dollar, während der US-Konzern Nvidia jährliche Investitionen von rund 150 Milliarden Dollar in Taiwan ankündigte.
Die Aktie von SK Hynix schloss am Mittwoch in Seoul mit einem Plus von 9,3 Prozent, im Tagesverlauf lag sie zeitweise bis zu 14,9 Prozent im Plus. Der Börsenwert erreichte damit nach Angaben von Reuters einen Rekord von 1680 Billionen Won, umgerechnet rund 1,12 Billionen Dollar. Auch der südkoreanische Leitindex KOSPI markierte ein Allzeithoch. Im laufenden Jahr legte der Index nach 76 Prozent Zuwachs im Vorjahr um weitere 95 Prozent zu.
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Nachfrage nach KI-Speichern dürfte Angebot übertreffen
SK Hynix ist nach Samsung der zweite Konzern aus Südkorea und insgesamt der dritte aus Ostasien, der diese Schwelle erreicht. Neben Samsung Electronics hatte zuletzt auch der US-Hersteller Micron Technology die Billionen-Marke überschritten, nachdem die Großbank UBS ihre Kursprognose für die Aktie deutlich angehoben hatte. Analysten zufolge dürfte die Nachfrage nach Speicherchips das Angebot bis 2028 übersteigen. Hintergrund ist der weltweite Ausbau der Infrastruktur für künstliche Intelligenz, der die Preise deutlich nach oben treibt.
Mit dem Höhenflug der Chipwerte stieg auch der technologielastige US-Index Nasdaq 100 erstmals über 30.000 Punkte. Auf dem ETF-Markt nahmen zudem gehebelte Investments in Chipaktien stark zu.
Amerikas Chip-Gigant Nvidia konzentriert sich auf Taiwan
Auch Nvidia, seines Zeichens wertvollstes Unternehmen der Welt mit etwa 5,2 Billionen Dollar Marktkapitalisierung, setzt auf weiteres Wachstum durch KI. Vor vier bis fünf Jahren habe der US-Konzern noch zehn bis 15 Milliarden Dollar pro Jahr in Taiwan ausgegeben, jetzt seien es bald 150 Milliarden Dollar jährlich, sagte Konzernchef Jensen Huang bei einer Feier in Taipeh zum Start der geplanten Taiwan-Zentrale gegenüber Reuters.
Diese soll bis 2030 betriebsbereit sein. Einen genauen Zeitrahmen für die Investitionssumme nannte er nicht. Taiwan sei das „Epizentrum“ der KI-Entwicklung, sagte Huang. Mit dem neuen Standort rückt Nvidia näher an den weltgrößten Auftragsfertiger TSMC sowie an Partner wie Foxconn, Wistron und Quanta Computer.
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