Ermittlungen

Straße von Hormus: Südkorea sieht im Iran entwickelte Raketen hinter Angriff auf Frachter

An dem Angriff auf ein südkoreanisches Schiff waren nach Angaben aus Seoul mutmaßlich im Iran entwickelte Raketen beteiligt. Südkorea bestellt den iranischen Botschafter ein.

3 Min
Schäden sind am südkoreanischen Schiff HMM Namu zu sehen.

Schäden sind am südkoreanischen Schiff HMM Namu zu sehen.

© South Korean Foreign Ministry/AFP

Bei einem Angriff auf einen südkoreanischen Frachter in der Straße von Hormus sind nach Erkenntnissen der Regierung Südkoreas wahrscheinlich im Iran entwickelte Anti-Schiffs-Raketen eingesetzt worden. Das teilte der erste stellvertretende Außenminister Park Yoon-joo am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mit, wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete.

Das Ministerium hatte dem Bericht zufolge zuvor mitgeteilt, dass die HMM Namu der südkoreanischen Reederei HMM am 4. Mai in der Meerenge von „zwei unbekannten Flugobjekten“ getroffen worden sei. Bei dem Brand und der Explosion an Bord wurde nach Angaben des Korea Herald eines der 24 Besatzungsmitglieder leicht verletzt. Das Schiff wird derzeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten repariert.

Südkorea: „Mehrere Hinweise deuten auf den Iran hin“

Ein Ermittlungsteam führte laut Yonhap Analysen von Triebwerksresten, Sprengköpfen und weiterer Teile der Objekte durch. „Die technische Analyse ergab, dass es sich bei den nicht identifizierten Flugobjekten wahrscheinlich um Anti-Schiffsraketen der Noor-Serie handelt, die vom Iran entwickelt wurden“, erklärte Park.

Einer der beiden Sprengköpfe sei beim Aufprall nicht detoniert, der zweite explodiert, hieß es weiter. Die Raketen werden laut Yonhap unter anderem von der iranischen Marine, den Islamischen Revolutionsgarden und pro-iranischen Gruppen eingesetzt.

„Mehrere Hinweise deuten auf den Iran hin“, sagte Park. Zum Abschussort, den genauen Verantwortlichen oder einer möglichen Absicht des Angriffs konnte die Regierung dem Bericht zufolge keine abschließende Aussage treffen. Die Frage der Absicht sei „äußerst schwierig“ zu klären, da diese ohne ein Eingeständnis der verantwortlichen Seite nicht festzustellen sei.

Südkorea bestellt iranischen Botschafter ein

Das Außenministerium bestellte laut Yonhap den iranischen Botschafter Saeed Koozechi ein, um Protest gegen den Angriff einzulegen und „verantwortungsvolle Maßnahmen, einschließlich Schritten zur Verhinderung einer Wiederholung“ zu fordern. Auf Fragen von Journalisten, ob Teheran den Angriff einräume oder sich entschuldigen werde, äußerte sich der Botschafter bei seinem Eintreffen nicht.

US-Präsident Donald Trump hatte kurz nach dem Vorfall auf Truth Social erklärt, der Iran habe „einige Schüsse“ auf den südkoreanischen Frachter und weitere Ziele abgegeben. Die iranische Botschaft in Seoul wies eine Beteiligung des iranischen Militärs laut Korea Herald „entschieden und kategorisch“ zurück.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner