Das US-Militär hat in der Nacht zum Donnerstag erneut Ziele im Iran angegriffen. Das berichten mehrere US-Medien übereinstimmend. Wie ein US-Vertreter gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagte, schossen amerikanische Streitkräfte vier iranische Angriffsdrohnen ab und zerstörten eine iranische Bodenkontrollstation in der Hafenstadt Bandar Abbas, die im Begriff gewesen sei, eine fünfte Drohne zu starten. Die Maßnahmen seien „maßvoll, rein defensiv und darauf ausgerichtet, die Waffenruhe aufrechtzuerhalten“ gewesen, zitierte Reuters den Beamten.
Es waren die zweiten US-Angriffe binnen weniger Tage. Bereits am Montag hatte das US-Militär nach eigenen Angaben defensive Schläge im Süden des Landes geführt, was der Iran als „grobe Verletzung“ der seit Anfang April geltenden Waffenruhe bezeichnete.
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Teheran spricht von Vergeltung gegen US-Basis
Die iranischen Revolutionsgarden erklärten derweil laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars am Donnerstag, sie hätten um 4.50 Uhr Ortszeit eine US-Luftwaffenbasis angegriffen, die als Ausgangspunkt der Angriffe nahe Bandar Abbas identifiziert worden sei. Den genauen Ort der Basis nannten sie nicht. Eine Wiederholung der „Aggression“ werde eine „entschiedenere“ Antwort nach sich ziehen, hieß es in der Mitteilung.
Etwa zeitgleich aktivierte Kuwait nach Angaben seiner Armee die Flugabwehr gegen „feindliche“ Raketen und Drohnen. Hörbare Explosionen seien das Ergebnis von Abfangmanövern, teilte der Generalstab laut der kuwaitischen Nachrichtenagentur Kuna mit. Zur Herkunft der Angriffe machte Kuwait zunächst keine Angaben. Zu dem Beschuss bekannte sich zunächst niemand.
Iranische Staatsmedien berichteten unter Berufung auf eine Militärquelle, die Marine der Revolutionsgarden habe zudem einen US-Öltanker beschossen, der versucht habe, die Straße von Hormus zu passieren, und ihn zur Umkehr gezwungen. Insgesamt seien vier Schiffe abgewiesen worden.
Trump weist Berichte über Hormus-Abkommen zurück
Die Angriffe folgten auf eine Zurückweisung von US-Präsident Donald Trump bezüglich eines vom iranischen Staatsfernsehen gemeldeten Entwurfs für ein Abkommen zur Wiederöffnung der Straße von Hormus. Demnach sollten Iran und Oman die Schifffahrt gemeinsam verwalten. „Niemand wird die Straße kontrollieren“, sagte Trump laut Reuters bei einer Kabinettssitzung. „Es sind internationale Gewässer, und Oman wird sich wie alle anderen verhalten, oder wir müssen sie in die Luft jagen.“ Das US-Finanzministerium setzte zudem die iranische Behörde, die für die Verwaltung der Meerenge zuständig ist, auf seine Sanktionsliste.
Ebrahim Azizi, Vorsitzender des Ausschusses für nationale Sicherheit im iranischen Parlament, erklärte auf X, Teheran werde sich von Trumps „Rhetorik“ nicht von seinen Forderungen nach Urananreicherung, Kontrolle über die Meerenge und einer Aufhebung der Sanktionen abbringen lassen.
Ölpreise steigen nach neuen Gefechten
Vor Kriegsbeginn Ende Februar passierten täglich 125 bis 140 Schiffe die Straße von Hormus, durch die etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und Flüssiggases transportiert wurde. Nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden durchquerten zuletzt nur noch 23 Schiffe binnen 24 Stunden die Meerenge. Die Ölpreise legten nach Bekanntwerden der neuen Angriffe wieder zu, US-Rohöl-Futures stiegen um knapp zwei Prozent auf 90,38 Dollar je Barrel.
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