In der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ vom Mittwochabend haben die Gäste über den innerparteilichen Streit in der CDU zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst diskutiert. Lanz begann die Sendung mit den Worten: „Eine irre Geschichte, die sich da gerade in Berlin aufbaut“.
Auslöser soll eine Aussage Wüsts auf einer Reise nach Polen gewesen sein. Dort habe dieser gesagt, dass auch ein nordrhein-westfälischer Ministerpräsident Kanzler werden könne. Aus dieser Äußerung sei in Berlin ein Gerücht über einen möglichen Nachfolger von Merz und einen Austausch des Kanzlers geworden.
Ratlosigkeit in der CDU: Soll Bundeskanzler Friedrich Merz ausgetauscht werden?
Jeffrey Sachs an Bundeskanzler Merz: Verhindern Sie offenen Krieg mit Russland!
„Friedrich Merz hat, man kann es, glaube ich, so sagen, die Nerven verloren“, so Helene Bubrowski, Co-Chefredakteurin von Table.Briefings in der Sendung. Aus dem Kanzleramt seien Zitate freigegeben worden, in denen Merz von „wüsten Behauptungen“ gesprochen habe. Merz habe nicht Wüst direkt, sondern dessen Umfeld vorgeworfen, zu zündeln und mit Methoden zu arbeiten, die mit denen der AfD vergleichbar seien. Sie sprach von einem „ziemlich erstaunlichen Vorgang“ und einem Machtkampf zweier CDU-Politiker.
Linken-Co-Vorsitzender Jan van Aken nannte die Reaktion des Kanzlers unprofessionell. „Dass Merz überhaupt reagiert, ist so unprofessionell“, sagte er. Moderator Markus Lanz verwies darauf, dass Kritik zum Amt gehöre: „Wir sind keine Therapiestunde, das muss man aushalten“. Früher habe er dem Kanzler noch eine Chance geben wollen, so van Aken. Inzwischen denke er: „Er lernt es nicht.“ Sein Resümee: „Da wird mir Angst und Bange.“
Van Aken äußerte sich zudem zu der Kampagne seiner Partei gegen den Wohnungskonzern Vonovia. Die Linke wirft Vonovia systematische Verstöße wie überhöhte Mieten und Heizkosten vor. Zuletzt kündigte van Aken an, Beschwerden von Mietern bundesweit zu sammeln.
Weiter sagte er: „Enteignet wird in Deutschland ständig, weil im Grundgesetz steht: Wenn es dem Allgemeinwohl dient, darf enteignet werden. Und Allgemeinwohl ist in Deutschland hauptsächlich Autobahnbau. Das heißt, wenn eine Autobahn gebaut wird und da ist ein Grundstück im Weg und der Mensch will nicht [verkaufen], dann darf am Ende enteignet werden“.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]