Umweltverschmutzung

Wegen „Ewigkeitschemikalien“ auf Militärstützpunkten: Australien verklagt US-Konzern

Australien wirft dem US-Konzern 3M vor, Umweltrisiken von Löschschäumen verschwiegen zu haben, die auf Militärstützpunkten eingesetzt wurden. Das Unternehmen weist dies zurück.

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Ein Feuerwehrfahrzeug am Stützpunkt Richmond der Australian Air Force nahe Syndey während der Richmond Airshow 2025

Ein Feuerwehrfahrzeug am Stützpunkt Richmond der Australian Air Force nahe Syndey während der Richmond Airshow 2025

© SOPA Images/imago

Die Regierung Australiens hat den US-Konzern 3M und dessen australische Tochtergesellschaft nach eigenen Angaben auf mehr als zwei Milliarden australische Dollar (rund 1,4 Milliarden US-Dollar) verklagt. Hintergrund sind Vorwürfe über eine Verunreinigung von 28 Militärstützpunkten mit sogenannten Ewigkeitschemikalien aus Löschschaum.

Die Klage wurde nach Angaben der australischen Regierung am Donnerstag beim Bundesgericht in Australien eingereicht. Es handelt sich um die größte Schadensersatzforderung, die die Regierung in Canberra je gestellt hat, wie die Nachrichtenagentur AP berichtete. Im Mittelpunkt steht eine Belastung mit per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS), die wegen ihrer langen Haltbarkeit in der Umwelt als Ewigkeitschemikalien bezeichnet werden.

Die Substanzen waren seit vielen Jahren Bestandteil von Feuerlöschschäumen, die auch auf Militärgeländen eingesetzt wurden, wie die Regierung in einer Erklärung mitteilte. Darin hieß es, 3M habe Informationen über die Umweltrisiken des Schaums zurückgehalten und falsch dargestellt. Zudem habe das Unternehmen Zusicherungen zu Entsorgung und Umweltverträglichkeit gegeben, die nicht mit dem internen Kenntnisstand übereingestimmt hätten.

Regierung verweist auf hohe Folgekosten

Der stellvertretende Verteidigungsminister Peter Khalil erklärte, das Verteidigungsministerium habe bereits mehr als 1,3 Milliarden australische Dollar (rund 920 Millionen US-Dollar) für die Bewältigung der Belastungen ausgegeben. Nach seinen Angaben wurden 200.000 Tonnen kontaminierte Erde von Stützpunkten abtransportiert und 13 Milliarden Liter belastetes Wasser aufbereitet, wie AP berichtete. Mit der Klage sollten vergangene und künftige Aufwendungen zurückgeholt werden, sagte Khalil laut Mitteilung.

Generalstaatsanwältin Michelle Rowland erklärte, die Regierung wolle 3M für die wirtschaftlichen und ökologischen Folgen der PFAS-Belastung zur Verantwortung ziehen. Es gehe darum, diese Fragen in einem geordneten rechtlichen Verfahren zu klären.

3M kündigt Verteidigung an

Der Konzern mit Sitz im US-Bundesstaat Minnesota kündigte gegenüber AP an, sich gegen die Klage zu wehren. „3M hat in Australien nie PFAS hergestellt und den Verkauf der betreffenden Produkte in Australien vor rund zwei Jahrzehnten eingestellt“, teilte das Unternehmen mit. „Trotzdem verwendete das australische Verteidigungsministerium fast zwei Jahrzehnte lang weiterhin PFAS-haltige Löschschäume.“

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PFAS werden laut AP seit den 1950er-Jahren in Haushalts- und Industrieprodukten eingesetzt, die hitze-, schmutz-, fett- und wasserabweisend sein sollen. Der betroffene Löschschaum gilt als wirksam gegen Brände flüssiger Brennstoffe. Bereits 2018 hatte das australische Verteidigungsministerium Anwohner der Luftwaffenbasis Richmond bei Sydney aufgerufen, den Verzehr lokal erzeugter Fische und Eier zu verringern, nachdem PFAS im Grundwasser nachgewiesen worden waren.

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