Eurasische Wirtschaftsunion

Kuba vereinbart neuen Plan mit von Russland geführtem Wirtschaftsblock

Havanna ist bei der Eurasischen Wirtschaftsunion nur Beobachter. Der neue Rahmen soll Kontakte zwischen Unternehmen und gemeinsame Projekte fördern.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Das Wirtschaftsforum in Astana bot den Rahmen für Kubas Kontakte zur Eurasischen Wirtschaftsunion, einem von Russland geführten Wirtschaftsblock.

Das Wirtschaftsforum in Astana bot den Rahmen für Kubas Kontakte zur Eurasischen Wirtschaftsunion, einem von Russland geführten Wirtschaftsblock.

© Andrei Gryaznov/imago

Kuba und die Eurasische Wirtschaftskommission haben einen gemeinsamen Plan für die Jahre 2026 bis 2030 vereinbart. Das teilte die Kommission am Donnerstag mit. Unterzeichnet wurde das Dokument demnach am Rand des Fünften Eurasischen Wirtschaftsforums in Kasachstans Hauptstadt Astana von Kommissionschef Bakytzhan Sagintayev und Kubas Vizepräsident Salvador Valdés Mesa.

Nach Angaben der Kommission schließt der neue Plan an die bisherige Zusammenarbeit mit der kubanischen Regierung an. Ein vorheriger Fünfjahresplan sei 2025 ausgelaufen. Der neue Rahmen solle den Austausch auf Fachebene fortsetzen und praktische Kooperation in mehreren Bereichen entwickeln. Genannt werden auch direkte Kontakte zwischen Unternehmen aus Staaten der Eurasischen Wirtschaftsunion und Kuba sowie gemeinsame Projekte.

Valdés Mesa war nach Angaben der kubanischen Parteizeitung Granma am Mittwoch in Kasachstan eingetroffen. Granma nannte Tourismus, Handel und Biotechnologie als Bereiche, in denen Kuba die Zusammenarbeit ausbauen will.

Wirtschaftsblock unter russischer Führung

Die Eurasische Wirtschaftsunion wurde 2014 gegründet. Ihr gehören Russland, Belarus, Kasachstan, Kirgistan und Armenien an. Der Staatenverbund soll den freien Verkehr von Waren und Dienstleistungen fördern. Reuters beschreibt ihn als von Russland geführten Wirtschaftsblock.

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Der Warenhandel mit der Eurasischen Wirtschaftsunion bleibt für Kuba deutlich kleiner als der Austausch mit seinen wichtigsten Handelspartnern. Als Lieferant und Kreditgeber ins Gewicht fällt hier vor allem Russland. Moskau hat in den vergangenen Jahren Öl und Weizen geliefert, russische Touristen kamen wieder auf die Insel, und die staatliche Novikombank eröffnete 2024 in Havanna als erste russische Bank eine Vertretung, um Handel und Investitionen zu begleiten.

Unter dem bilateralen „Plan 2030“ sollen russische Unternehmen nach Angaben Moskaus mehr als eine Milliarde US-Dollar in Kuba investieren, vor allem in Stromerzeugung, Landwirtschaft und öffentliche Infrastruktur. Frühere Vorhaben waren laut Reuters allerdings wiederholt wegen kubanischer Zahlungsschwierigkeiten verzögert oder gestrichen worden.

Seit Januar blockieren die USA Treibstofflieferungen für Kuba. Das führte zu anhaltenden Stromausfällen und verschärfte die ohnehin schwere Wirtschaftskrise. Die letzte Öllieferung war laut Reuters Ende März an Bord eines russischen Tankers in einem kubanischen Hafen eingetroffen. Das Schiff „Anatoly Kolodkin“ brachte 100.000 Tonnen Öl zur Insel. Ein weiterer Tanker wurde von Moskau angekündigt, ist bisher aber nicht eingetroffen. 

Washington
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Kuba ist nach Angaben der Eurasischen Wirtschaftskommission seit Januar 2021 Beobachterstaat bei der Union. Der Status bedeutet keine Mitgliedschaft, gibt Kuba aber einen festen Platz in den Arbeitsformaten des Bündnisses.

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