Japan wird erstmals vier Soldaten der japanischen Selbstverteidigungskräfte (SDF) zu einem Nato-Kommando in Deutschland entsenden, das Unterstützung für die Ukraine koordiniert, wie das Verteidigungsministerium laut der Nachrichtenagentur Kyodo News mitteilte. Stationiert werden sie im hessischen Wiesbaden.
Die Mission Nato Security Assistance and Training for Ukraine (NSATU) wurde laut Website der Bundeswehr im Jahr 2024 eingerichtet. Kyodo News zufolge koordiniert sie mit rund 700 Mitarbeitern die Lieferung von Ausrüstung sowie die Ausbildung ukrainischer Streitkräfte durch Nato-Mitglieder und Partnerstaaten.
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Verteidigungsminister: „Lehren aus dem Ukraine-Krieg ziehen“
Zwei der entsandten Militärangehörigen sollen laut Kyodo News von den Bodenstreitkräften kommen, jeweils einer von der Luftwaffe und der Marine. Sie sollen ausschließlich koordinierende Aufgaben übernehmen und nicht an Kampfhandlungen beteiligt sein.
„Die Entsendung von SDF-Personal dorthin wird dazu beitragen, Japans eigene Verteidigungsfähigkeiten zu stärken, indem sie es dem Land ermöglicht, aus dem Krieg in der Ukraine verschiedene Lehren zu ziehen, darunter auch neue Formen der Kriegsführung“, sagte der japanische Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi dem Bericht zufolge auf einer Pressekonferenz.
Nach Angaben des Ministeriums hatte der damalige Verteidigungsminister Gen Nakatani das Interesse Tokios an einer Beteiligung bereits im April 2025 in einem Gespräch mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte übermittelt. Die Abstimmung mit der Nato sei nun abgeschlossen.
Vertiefte Zusammenarbeit zwischen Japan und Nato
Koizumi fügte laut Kyodo News hinzu, die Sicherheit im Indopazifik und im euro-atlantischen Raum sei „heute untrennbar miteinander verbunden“. Der Abschluss „aller notwendigen Vorkehrungen für den Einsatz bedeutet eine weitere Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen Japan und der Nato“, so der Minister.
Japan ist kein Nato-Mitglied, zählt aber zu den engen Partnern des Bündnisses im indopazifischen Raum. Das Land unterstützt laut Japan Times medizinische Rehabilitation und die Minenräumung in der Ukraine und prüft eine Beteiligung an weiteren Initiativen, darunter das Purl-Programm zur Finanzierung von US-Militärausrüstung für die Ukraine sowie ein Nato-Vorhaben zur Unterstützung neuer Technologien.
Das japanische Portal Nikkei Asia berichtete vor einigen Tagen unter Berufung auf einen türkischen Regierungsbeamten, dass die Nato eine Einladung der Regierungschefs von Japan, Südkorea, Australien und Neuseeland zu dem Nato-Gipfel in Ankara im Juli erwäge. Laut Japan Times könnte Premierministerin Sanae Takaichi damit die zweite japanische Regierungschefin werden, die an einem Nato-Gipfel teilnimmt.
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