Nach einem tödlichen Feuer in einem Mädcheninternat im westlich-zentralen Kenia hat die Polizei acht Schülerinnen wegen mutmaßlicher Brandstiftung festgenommen. Das berichten die Nachrichtenagentur Reuters und der Sender Africanews übereinstimmend. Bei dem Brand in der Utumishi Girls' Academy Senior School im Ort Gilgil kamen 16 Schülerinnen ums Leben, 79 weitere wurden verletzt.
Das Feuer brach laut Reuters in den frühen Morgenstunden des Donnerstags in einem Schlafsaal aus. Die kenianische Kriminalpolizei teilte mit, erste Ermittlungen hätten die acht Schülerinnen als Verdächtige identifiziert, die an Planung und Ausführung des mutmaßlichen Brandanschlags beteiligt gewesen seien. Die Mädchen befinden sich nach Angaben der Behörde in Polizeigewahrsam.
Wie Africanews berichtet, war der betroffene Schlafsaal mit 135 Etagenbetten belegt. Dies wecke Bedenken hinsichtlich Überbelegung und Sicherheitsstandards an der Schule, so der Sender. Bildungsminister Julius Ogamba erklärte auf einer Pressekonferenz, zwei Lehrkräfte seien laut vorläufigen Ermittlungen über mögliche Pläne der Schülerinnen informiert gewesen, hätten aber nicht eingegriffen.
Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften
Ogamba warf der Schulleitung zudem Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften vor, so Reuters. Neben der Überbelegung der Schlafsäle sei ein Notausgang während des Brandes verschlossen gewesen – ein Umstand, der laut Africanews zur hohen Opferzahl beigetragen haben könnte. Die Regierung habe daraufhin den Vorstand der Schule aufgelöst und kündigte rechtliche sowie disziplinarische Schritte gegen Mitarbeiter an, die ihren Pflichten nicht nachgekommen seien.
Brände an kenianischen Schulen sind nach Angaben von Reuters ein wiederkehrendes Problem. Forscher führen viele Vorfälle auf Proteste von Schülern gegen harte Disziplin und schlechte Bedingungen in Internaten zurück. Africanews verweist auf einen Brand 2024 in einer Grundschule im Bezirk Nyeri, bei dem 21 Schüler starben; die Ursache wurde nie abschließend geklärt.
Der schwerste Schulbrand der jüngeren Geschichte ereignete sich laut Reuters 2001 an der Kyanguli Secondary School nahe Nairobi, wo 67 Jungen in einem Schlafsaal ums Leben kamen. Die Behörden gingen damals ebenfalls von Brandstiftung aus. Der aktuelle Vorfall hat laut Africanews die Debatte über Schülerwohl, Überbelegung und Notfallvorsorge an kenianischen Schulen neu entfacht.
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