Insolvenz

Autozulieferer in Sachsen schließt – westdeutsche Standorte teils gerettet

Der sächsische Standort der Plastic Manufacturing Group steht vor dem Aus. Den 75 Beschäftigten wird gekündigt, während zwei Werke in Westdeutschland einen Investor gefunden haben.

OAZ
2 Min
Die 75 Beschäftigten des Automobilzulieferers im sächsischen Oberlungswitz wird nun gekündigt, währen die westdeutschen Werke des Automobilzulieferers Plastic Manufacturing Group zumindest teilweise gerettet werden konnten.

Die 75 Beschäftigten des Automobilzulieferers im sächsischen Oberlungswitz wird nun gekündigt, währen die westdeutschen Werke des Automobilzulieferers Plastic Manufacturing Group zumindest teilweise gerettet werden konnten.

© Thomas Trutschel/photothek.net

Der zahlungsunfähige Automobilzulieferer Plastic Manufacturing Group schließt seinen Standort in Oberlungwitz im Landkreis Zwickau. Den 75 Beschäftigten werde zum 31. Juli gekündigt, teilte Insolvenzverwalter Volker Böhm mit. Das Werk werde derzeit auf die Ausproduktion vorbereitet.

Böhm sprach von schmerzlichen Einschnitten für die betroffenen Mitarbeiter. Diese hätten sich in den vergangenen Monaten sehr für den Erhalt des Standortes eingesetzt. Eine Schließung sei jedoch unumgänglich gewesen, da sich kein Investor gefunden habe. Erhebliche Umsatzrückgänge und ein tiefgreifender Strukturwandel in der Zulieferbranche hätten zu der Krise geführt, so Böhm.

Anders ist die Lage an den beiden anderen Standorten der Gruppe in Westdeutschland: Diese konnten ganz oder zumindest teilweise gerettet werden. Ein strategischer Investor übernehme die Werke im fränkischen Diepersdorf sowie im sauerländischen Lüdenscheid, teilte der Insolvenzverwalter mit. Die Verträge seien bereits unterzeichnet, das Kartellamt müsse noch zustimmen. Damit sei zumindest für einen Teil der Gruppe eine tragfähige Perspektive geschaffen worden.

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US-Mutterkonzern hat Schulden in Milliardenhöhe

Allerdings gehe die Übernahme in Franken mit dem Abbau von 300 Stellen einher. Vorgesehen seien ein Sozialplan und eine Transfergesellschaft. Vor dem Insolvenzantrag Anfang November 2025 waren in Diepersdorf 535 Menschen beschäftigt. Von den rund 120 Mitarbeitern in Lüdenscheid soll der Großteil weiter beschäftigt werden.

Die Plastic Manufacturing Group gehört seit 2024 zum US-Konzern First Brands, der ebenfalls bankrott ist. Gegen das Management werden laut Berichten Betrugsvorwürfe erhoben. Die Schulden sollen sich auf Milliardenhöhe belaufen. Das Management soll die Bilanzen mit Scheinrechnungen aufgebläht und sich selbst bereichert haben.

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