Der Dax hat seinen Aufwärtskurs fortgesetzt und ist seinem Rekordhoch vom Januar wieder ein Stück näher gekommen. Analysten sehen den deutschen Leitindex in Reichweite der Bestmarke – sofern die Waffenruhe im Iran-Krieg hält und die Ölpreise stabil bleiben.
Der Dax schloss am Freitag mit einem Plus von 0,05 Prozent bei 25.104,70 Punkten. Auf Wochensicht ergibt sich ein Gewinn von 0,87 Prozent, im Monat Mai sogar von 3,3 Prozent. Bis zum Rekordhoch von Mitte Januar bei knapp 25.508 Punkten fehlt nicht mehr viel. Der MDax stieg am Freitag um 0,34 Prozent auf 33.352,83 Punkte, der SDax legte um 0,54 Prozent zu und setzte seinen Rekordkurs fort.
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Annäherung zwischen USA und Iran
Nach US-Angaben nähern sich Washington und Teheran einer Verlängerung der Waffenruhe sowie weiteren Verhandlungen an. Hinsichtlich einer Absichtserklärung seien viele Fortschritte gemacht worden, an einigen Punkten werde aber noch gearbeitet, sagte US-Vizepräsident JD Vance. Eine Zustimmung von Präsident Donald Trump stehe noch aus. Aus Teheran hieß es, eine vorläufige Einigung sei bisher nicht ausformuliert. Die Ölpreise gaben weiter nach.
„Am Ende der Handelswoche sind Investoren beinahe genauso schlau wie noch vor wenigen Tagen“, kommentierte Marktanalyst Timo Emden von Emden Research. Der Dax bleibe gefangen in einem fragilen Dreiklang aus Hoffnung, Skepsis und geopolitischen Rückschlägen.
Technischer Rückenwind, aber fragile Lage
Vermögensverwalter Ortay Gelen von Axia Asset Management schrieb, sollten sich die diplomatischen Signale aus dem Nahen Osten konkretisieren und der Ölpreis stabil bleiben, dürfte das Rekordhoch ernsthaft angegriffen werden. Allerdings bleibe die Lage fragil: „Der Widerstandsbereich zwischen 25.400 Punkte und dem Rekordhoch ist historisch bedeutsam – scheitert der Dax hier erneut, sind Gewinnmitnahmen programmiert.“
Sollte der Iran die Straße von Hormus dauerhaft faktisch blockieren, würden die Ölpreise wieder steigen und Inflationssorgen aufleben lassen, hieß es weiter. Die Experten der DZ Bank verwiesen darauf, dass globale Megatrends wie Künstliche Intelligenz die heimische Konjunkturschwäche derzeit überkompensieren könnten.
Konjunkturdaten und Index-Umstellung im Blick
Analystin Claudia Windt von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) verwies auf wichtige Konjunkturindikatoren in den USA und im Euroraum, darunter Einkaufsmanager-Umfragen und den US-Arbeitsmarktbericht. Am Mittwoch nach Börsenschluss gibt die Deutsche-Börse-Tochter ISS Stoxx zudem Veränderungen in der Dax-Familie bekannt. Laut JPMorgan-Experte Pankaj Gupta könnten der Baukonzern Hochtief und die Lufthansa in den Leitindex aufsteigen, als Abstiegskandidaten gelten Zalando und die Porsche SE. (mit dpa)
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