USA

„aliens.gov“: Trump-Regierung inszeniert ICE-Festnahmen auf Alien-Webseite

„Sie wandeln unter uns“: Mit einer Alien-Themenwebseite inszeniert das Weiße Haus die Jagd auf illegal eingereiste Menschen. Festnahmen werden in Echtzeit angezeigt.

Lea Brüggemann
Lea Brüggemann
2 Min
US-Präsident Donald Trump vergleicht auf einer Webseite illegal eingewanderte Menschen mit Außerirdischen.

US-Präsident Donald Trump vergleicht auf einer Webseite illegal eingewanderte Menschen mit Außerirdischen.

© Kent Nishimbura/AFP

Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat eine Webseite veröffentlicht, die ihre Abschiebepolitik in der Bildsprache von Science-Fiction-Filmen inszeniert. Unter der Adresse „aliens.gov“, einer Unterseite des offiziellen Auftritts des Weißen Hauses, werden Festnahmen der Einwanderungsbehörde Immigration and Customs Enforcement (ICE) wie eine Jagd auf Außerirdische dargestellt.

„Sie wandeln unter uns“, heißt es in grünem Lauftext vor Sternenhintergrund auf der Startseite. Seit 60 Jahren habe die US-Regierung ein Geheimnis gehütet: „Aliens“ lebten in Nachbarschaften und interagierten täglich mit Bürgern, so der Text. Es handle sich nicht um „kleine grüne Männchen“, sondern um Millionen illegal eingereister Personen. Der englische Begriff Alien bedeutet sowohl Außerirdischer als auch Ausländer.

Die Seite zeigt ein Live-Dashboard mit der Zahl der ICE-Festnahmen, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei über 3,1 Millionen lag. Eine sogenannte „Alien-Arrest Map“ verzeichnet die Einsätze der Behörde landesweit. Zusätzlich findet sich eine fast 3000 Seiten umfassende Liste mit Vorgängen aus der Einwanderungskontrolle.

Zusätzlich ist auf der Seite ein Online-Formular verlinkt, über das Bürger „verdächtige“ Personen direkt bei ICE melden können. Am Seitenende heißt es, die festgenommenen Personen würden „sicher an ihren Herkunftsort“ zurückgebracht.

Proteste und gescheiterte Milliarden-Finanzierung für ICE

Ein Vertreter des Weißen Hauses erklärte gegenüber Fox News, es handle sich um eine erstmalige Aktion, um Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass die durchlässige Grenze der Vorgängerregierung Familien gefährdet habe.

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Die ICE-Webseite selbst weist laut ABC News für den Zeitraum seit 2021 rund 527.459 Festnahmen aus. Seit Januar 2025 kommt es in den USA zu Protesten gegen Massenfestnahmen und Abschiebungen. In Minneapolis erschossen ICE-Beamte bei zwei Demonstrationen die Protestierenden Renee Good und Alex Pretti, wie ABC News berichtet. Mitte Januar befanden sich nach Angaben des American Immigration Council rund 73.000 Menschen in ICE-Gewahrsam.

Vergangene Woche scheiterte Trump laut der Nachrichtenagentur AP vorerst mit dem Versuch, rund 70 Milliarden US-Dollar zusätzliche Mittel für ICE und Border Patrol durch den Senat zu bringen. Republikanische Senatoren legten das Vorhaben nach internen Auseinandersetzungen über einen Entschädigungsfonds für Trump-Verbündete auf Eis.

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