Das US-Militär hat in den vergangenen Wochen die Durchfahrt Dutzender Handelsschiffe durch die Straße von Hormus koordiniert, wie die New York Times unter Berufung auf US-Quellen berichtet. Einer der US-Vertreter gab demnach an, das US-Zentralkommando Centcom habe in den letzten drei Wochen rund 70 Schiffe durch die Meerenge geleitet.
Im Schnitt seien dies drei Schiffe pro Tag – vor den US-israelischen Angriffen auf den Iran Ende Februar hätten dort täglich mehr als 100 Handelsschiffe verkehrt. Die Quellen erklärten dem Bericht zufolge, dass die Durchfahrt der meisten Schiffe mit abgeschalteten Transpondern erfolge, um unentdeckt zu bleiben.
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US-Militär kommuniziert mit Schiffen
Diese sogenannten „dunklen“ Passagen können laut New York Times von Schifffahrtsexperten nicht unabhängig überprüft werden. Genaue Angaben zu Routen und Schiffstypen machten die Quellen nicht, ein US-Vertreter signalisierte laut New York Times jedoch, dass mindestens eine genutzte Route nicht in der Nähe der iranischen Küste verlief. Dort bestehe die Gefahr eines iranischen Drohnen- oder Raketenangriffs.
US-Präsident Donald Trump hatte Anfang Mai eine Militäroperation mit dem Namen „Project Freedom“ angekündigt, um Schiffen die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu ermöglichen. Sie wurde jedoch kurze Zeit später eingestellt, laut New York Times unter anderem wegen Einwänden Saudi-Arabiens.
Centcom-Sprecher Tim Hawkins erklärte laut New York Times in einer Mitteilung vom Samstag, US-Streitkräfte begleiteten zwar keine Schiffe, kommunizierten und koordinierten aber weiterhin mit Handelsschiffen, die die Meerenge passieren wollten. Die Wasserstraße sei ein „wichtiger internationaler Korridor für die regionale und globale Wirtschaft“.
Das Wall Street Journal hatte bereits Ende Mai berichtet, dass einige Schiffe Kontakt zu US-Militärvertretern halten, die unter anderem Radar, Drohnen und andere Instrumente einsetzen, um den Schiffsverkehr zu überwachen.
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Der Iran beansprucht laut staatlichen Medien weiterhin die Kontrolle über die Meerenge und hat eine Behörde eingerichtet, die Handelsschiffe prüfen und Gebühren erheben soll, wie das Wall Street Journal berichtet. Die USA verhängten dem Bericht zufolge in der vergangenen Woche Sanktionen gegen diese sogenannte Persian Gulf Strait Authority.
Von 895 Durchfahrten zwischen dem 1. März und dem 19. Mai erfolgten nach Daten des Schifffahrtsdienstleisters Kpler etwas mehr als die Hälfte auf der iranisch vorgegebenen Route, rund 40 Prozent auf unbekannten oder „dunklen“ Routen, berichtet die New York Times. Vor dem Krieg passierte rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls die Meerenge.
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