Am vergangenen Wochenende ist es in zwei Regionalzügen im Raum Dresden zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Verletzt wurden mehrere Bahnmitarbeiter, Fahrgäste und Jugendliche.
Wie die Bundespolizei mitteilte, eskalierte am Samstagabend gegen 20.50 Uhr eine Situation in einer Regionalbahn zwischen Ottendorf-Okrilla-Nord und Laußnitz. Ein 16-jähriger Ukrainer und ein Begleiter hatten den Angaben zufolge verbotswidrig die Gleise überschritten. Als eine Zugbegleiterin den Vorfall fotografierte, sei sie von den beiden im Zug bedrängt worden. Ein hinzueilender Lokführer wurde laut Bundespolizei vom 16-Jährigen ins Gesicht geschlagen, zu Boden gedrückt und getreten.
Ein 23-jähriger deutscher Fahrgast habe daraufhin in Nothilfe Tierabwehrspray gegen den Angreifer eingesetzt, der anschließend geflüchtet sei. Durch das Reizgas erlitten der Lokführer, die Zugbegleiterin und ein weiterer Reisender den Angaben zufolge Verletzungen an Augen und Atemwegen.
Der alkoholisierte Jugendliche wurde nach Angaben der Bundespolizei in einem nahegelegenen Waldstück durch die Landespolizei gestellt. Bei ihm sei ein verbotenes Einhandmesser sichergestellt worden. Er wurde später seiner Mutter übergeben. Sein ebenfalls alkoholisierter Begleiter sei kurz darauf von der DB-Sicherheit aufgegriffen und dem Jugendnotdienst überstellt worden.
Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz getötet: 26-Jähriger wegen Mordes angeklagt
Gewalt in Zügen: Fast jeder dritte Bahnmitarbeiter erwägt Kündigung
Angriff auf Jugendgruppe am Freitagabend
Bereits am Freitagabend gegen 23.30 Uhr war es laut Bundespolizei in einem Regional-Express in Richtung Bahnhof Dresden-Neustadt zu einer Körperverletzung gekommen. Ein bislang unbekannter Mann habe sich von einer lautstarken Unterhaltung einer Jugendgruppe provoziert gefühlt und vier Jugendliche im Alter zwischen 16 und 19 Jahren zum Aussteigen aufgefordert. Als diese ablehnten, habe er zwei von ihnen mit der Faust ins Gesicht geschlagen.
Bei einem Halt in Dresden-Klotzsche habe der Angreifer die Gruppe erneut attackiert und einen 16-Jährigen, der schlichten wollte, per Ellenbogenschlag im Gesicht verletzt. Nach einer Durchsage des Zugpersonals sei der Mann mit drei Begleitern in eine Straßenbahn Richtung Dresden-Neustadt geflüchtet. Eine Fahndung blieb laut Bundespolizei zunächst erfolglos. Die Jugendlichen erlitten leichte Verletzungen.
Die Bundespolizeiinspektion Dresden sucht nach eigenen Angaben Zeugen, die Hinweise zu den Tätern oder Tatabläufen geben können.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]