Bei israelischen Drohnenangriffen sind im Libanon am Mittwoch offenbar mindestens sechs Menschen getötet worden. Wie libanesische Sicherheitskreise der Nachrichtenagentur Reuters mitteilten, traf ein Angriff eine Straße nahe der Küstenstadt Tyros. Ein weiterer Angriff galt einem Auto auf der Küstenstraße im Gebiet Khaldeh wenige Kilometer südlich von Beirut. Dabei seien nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums zwei Menschen verletzt worden. Insgesamt seien im Süden des Landes mindestens zehn Fahrzeuge beschossen worden.
Es handelt sich nach Angaben der Nachrichtenagentur AP um den bislang am nächsten an der libanesischen Hauptstadt gelegenen Angriff, seit US-Präsident Donald Trump Israel gebeten hatte, Beirut zu verschonen. Die am Montag von Washington vermittelte Vereinbarung sieht vor, dass Israel auf Angriffe auf die südlichen Vororte Beiruts verzichtet und die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz ihre Angriffe auf Nordisrael einstellt.
Eine Waffenruhe im Kampf zwischen Israel und der Hisbollah ist seit dem 16. April in Kraft und hat die Feindseligkeiten deutlich gedämpft. Im Süden des Libanon kam es jedoch weiter zu Angriffen. Israel beansprucht dort eine sogenannte Sicherheitszone.
Israel meldet Abfangmanöver im Norden
Die israelische Armee teilte ihrerseits laut der Nachrichtenagentur AFP mit, sie habe einen aus dem Libanon kommenden „feindlichen Flugkörper“ über den Gebieten Manara und Kirjat Schmona im Norden Israels abgefangen. Ein Militärsprecher sagte Reuters, es habe sich vermutlich um eine Drohne der Hisbollah gehandelt. Die Miliz übernahm dafür zunächst keine Verantwortung. Seit Inkrafttreten der Vereinbarung hat sie keinen grenzüberschreitenden Angriff mehr für sich reklamiert.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte bereits am Sonntag angeordnet, die Truppen tiefer in den Libanon vorrücken zu lassen. Die israelische Armee erklärte, sie habe die Beaufort-Festung und einen strategischen Höhenzug im Süden des Landes eingenommen. Verteidigungsminister Israel Katz kündigte an, die Soldaten würden den Standort als Teil einer israelischen Sicherheitszone halten.
Zweite Verhandlungsrunde in Washington
Parallel zu den Angriffen kamen Vertreter Libanons und Israels nach Angaben von AP in Washington zu einer zweiten Verhandlungsrunde zusammen. Es ist das vierte direkte Treffen seit Kriegsbeginn am 2. März, vermittelt von den USA. Das US-Außenministerium sprach von Fortschritten am ersten Verhandlungstag. Die libanesische Regierung nimmt trotz Einwänden der Hisbollah teil.
Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden seit dem 2. März rund 3500 Menschen im Libanon getötet. Reuters zufolge beziffert Israel die Zahl der getöteten Soldaten auf 26 sowie vier getötete Zivilisten.
Bericht: Trotz Waffenruhe – so will Israel den Südlibanon kontrollieren
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