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ARD und ZDF unter Druck: BSW sieht sich in Talkshows massiv benachteiligt

Das BSW sieht eine unfaire Verteilung bei Talkshow-Einladungen, Millionen Wähler seien unterrepräsentiert. ARD und ZDF weisen die Kritik zurück.

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BSW-Gründerin Sarah Wagenknecht saß im Oktober 2025 bei Markus Lanz in dessen ZDF-Talkshow.

BSW-Gründerin Sarah Wagenknecht saß im Oktober 2025 bei Markus Lanz in dessen ZDF-Talkshow.

© Teutopress/Imago

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hat ARD und ZDF vorgeworfen, die Partei in politischen Talkshows zu benachteiligen. In einem Schreiben an die öffentlich-rechtlichen Sender kritisieren die Parteivorsitzenden Fabio De Masi und Amira Mohamed Ali die Einladungspraxis und fordern eine stärkere Berücksichtigung von BSW-Vertretern. Der Brief liegt der Deutschen Presse-Agentur vor, die darüber berichtete.

Andere Parteien würden im Vergleich viel häufiger eingeladen, „als ihr Wahlergebnis im Verhältnis zu unserem bei der letzten Bundestagswahl rechtfertigen würde“, heißt es demnach in dem Schreiben. Das BSW sei in das Europaparlament sowie drei Landesparlamente eingezogen und an einer Landesregierung beteiligt. „Das BSW repräsentiert damit Millionen Wählerinnen und Wähler.“

ARD und ZDF wehren sich: Parteizugehörigkeit zweitrangig

Die ARD wies die Argumentation zurück. „Talkshows sind keine Ersatzparlamente“, teilte der Senderverbund der dpa mit. Außerhalb von Wahlkampfzeiten sei die Parteizugehörigkeit nur eines von mehreren Kriterien für die Gästeauswahl. Entscheidend sei, ob Parteienvertreter etwas Relevantes zum jeweiligen Thema beitragen könnten.

Auch das ZDF erklärte, die Redaktionen von Maybrit Illner und Markus Lanz entschieden nach journalistischen Kriterien. „Ausschlaggebend sind dabei die Themen der jeweiligen Sendung sowie die Frage, welche Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner dazu relevante Perspektiven und besondere Expertise einbringen können oder politische Verantwortung tragen.“

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Auswertung weist deutliches Ungleichgewicht aus

Das BSW stützt seine Vorwürfe auf eine eigene Auswertung der Sendungen Markus Lanz, Maybrit Illner, Maischberger, Caren Miosga und Hart aber fair. Demnach kamen Vertreter von CDU und CSU seit Jahresbeginn 76-mal zu Wort, SPD-Politiker 46-mal. Für die Grünen zählt die Partei 20 Auftritte, für die FDP 7, für AfD und Linke jeweils 8. Das BSW selbst sei nur einmal vertreten gewesen. Eine Auswertung der dpa kommt zu ähnlichen Ergebnissen.

Parteigründerin Sahra Wagenknecht sagte der dpa, es handle sich um einen „Affront gegenüber unseren 2,5 Millionen Wählern“. Dies sei zudem „ein krasser Verstoß gegen den Auftrag, den die Sender haben“.

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