Der Rostocker AfD-Landtagskandidat für die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern Toni Marten hat seinen Austritt aus der AfD erklärt. Dies bestätigte der Kreisverband der Hansestadt der Ostdeutschen Allgemeinen und der Berliner Zeitung auf Anfrage.
Marten war Ende Januar bei der Wahl zur Landesliste für die Landtagswahl 2026 gescheitert. Im Anschluss hatte er Anzeige bei Landeswahlleiter und Staatsanwaltschaft erstattet und der Partei Unregelmäßigkeiten bei der Kandidatenkür vorgeworfen.
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Marten kritisiert AfD-Landesvorstand scharf
Der AfD-Landesvorstand hatte Ende April ein Ausschlussverfahren gegen Marten eingeleitet und ihm die Mitgliedsrechte entzogen. Zur Begründung hieß es, Marten habe der Partei schwer geschadet. Parteichef Schult unterstellte ihm gegenüber Medien Verbitterung über die verlorene Listenwahl. Der Landesvorstand stellte die Unterstützung für Marten im Wahlkampf ein.
Gegenüber Medie begründete Marten den Schritt mit Gewissensgründen und rechtsextremen Tendenzen innerhalb der Partei. Die Entscheidung erfolge nicht aus Verärgerung über einen Listenplatz. Was in der AfD geschehe, könne er nicht länger mit seinen Werten vereinbaren.
Konkret kritisierte Marten eine „unzureichende Abgrenzung“ und „Duldung“ rechtsextremer Entwicklungen. Dabei kritisierte er die AfD-Landessprecher Enrico Schult und Leif-Erik Holm sowie die Rolle des neuen Generalsekretärs Dario Seifert aus Stralsund scharf. In der Rostocker Bürgerschaft will Marten weiter tätig sein.
Ende September findet in Mecklenburg-Vorpommern die Landtagswahl statt. Einer aktuellen Umfrage zufolge liegt die AfD dabei mit36 Prozent klar vorn. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig erreichte 27 Prozent. Auf den dritten Platz kam die Linke mit 13 Prozent und überholte damit die CDU, die auf zehn Prozent abrutschte. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) erreichte fünf Prozent und könnte so knapp in den Landtag einziehen. Die Grünen kämen mit vier Prozent derzeit nicht ins Parlament, ebenso wenig die FDP.
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