Iran-Krieg

Neue Eskalation in Nahost: Iran greift Israel erstmals seit April mit Raketen an

Nach einem israelischem Schlag auf Beirut feuert Tehean mehrere Angriffswellen auf Israel ab. Die Eskalation gefährdet die laufenden Gespräche zwischen Washington und Teheran.

3 Min
Iran feuert erneut Raketen auf Israel ab

Iran feuert erneut Raketen auf Israel ab

© Mamoun Wazwaz/Anadolu/imago

Der Iran hat in der Nacht zum Montag offenbar mehrere ballistische Raketen auf den Norden Israels abgefeuert, nachdem Israel zuvor Angriffe auf einen Beiruter Vorort geflogen hatte. Wie israelische Armee (IDF) mitteilte, habe das Militär den Start der iranischen Geschosse erkannt und arbeite daran, sie abzufangen. Mehrere Raketen seien zunächst von der Luftabwehr abgefangen worden, kurz darauf habe das Militär eine weitere Angriffswelle festgestellt. Verletzte oder Schäden wurden zunächst nicht gemeldet.

In weiten Teilen Nordisraels heulten in der Nacht Sirenen. Der Heimatfrontkommando-Stab verschärfte dem Bericht zufolge landesweit die Schutzvorgaben, sagte den Unterricht an Schulen ab. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, Schutzräume zugänglich zu halten.

Nach Angaben der Times of Israel handelte es sich um den ersten direkten iranischen Angriff auf Israel seit Inkrafttreten der Waffenruhe am 8. April.

Iran sperrt Luftraum

Teheran bestätigte nach Angaben in iranischen Staatmedien einen Angriff auf Israel. „Die heutige Operation war lediglich eine Warnung. Sollten die Angriffe wiederholt werden, werden die Antworten umfangreicher ausfallen und sämtliche amerikanisch-zionistischen Ziele in der Region umfassen“, teilten die Revolutionsgarden laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars am Sonntag mit.

Im Zuge der Angriffe sperrte Iran den Luftraum im Westen des Landes bis auf weiteres. Die zivile Luftfahrtbehörde begründete den Schritt mit neuen Gefährdungsbewertungen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete. Die Bevölkerung wurde gebeten, von Fahrten zu den Flughäfen abzusehen und die Medien zu verfolgen.

Israelischer Angriff auf Beirut

Vorausgegangen war ein israelischer Luftangriff auf den südlichen Beiruter Vorort Dahieh, der als Hochburg der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz gilt, dem wichtigsten nichtstaatlichen Verbündeten Teherans. Nach Angaben der libanesischen Staatsagentur wurden dabei mindestens zwei Menschen getötet und etwa ein Dutzend verletzt.

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Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte laut Reuters erklärt, der Angriff sei eine Reaktion auf zuvor von der Hisbollah auf Nordisrael abgefeuerte Raketen gewesen, die das israelische Militär abgefangen habe. Es war der erste israelische Angriff auf Beirut seit der Vorstellung des US-Waffenruheplans für den Libanon in der vergangenen Woche.

Schäden in Beirut nach einem israelischen Angriff am Sonntag

Schäden in Beirut nach einem israelischen Angriff am Sonntag

© Abdul Kader Al Bay/imago

Drohungen aus Teheran

Ranghohe iranische Politiker hatten nach dem Angriff auf den Beiruter Vorort mit Vergeltung gedroht. Der Sprecher des Ausschusses für nationale Sicherheit im iranischen Parlament, Ebrahim Rezaei, schrieb auf X, der Iran werde eine „entschiedene und schmerzhafte Antwort“ geben, und forderte seine Anhänger auf, „heute Nacht zum Himmel über den besetzten Gebieten“ zu blicken. Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf erklärte, US-Stützpunkte und israelische Einrichtungen in der Region seien nun „legitime Ziele“.

Ein israelischer Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Israel werde auf Angriffe aus dem Iran reagieren und betrachte diese als „Gelegenheit, die Kampagne wiederaufzunehmen“. Ein US-Verteidigungsbeamter teilte dem Portal Axios mit, die US-Streitkräfte im Nahen Osten seien „auf Verteidigung vorbereitet“. Israel habe die Trump-Regierung vor dem Angriff auf Beirut informiert.

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