Iran-Krieg

Nach Tod von drei Seeleuten: Indien macht Druck auf Trump wegen Angriffen in der Straße von Hormus

Drei indische Seeleute starben bei einem US-Angriff auf einen Tanker vor Oman. Neu-Delhi fordert nun ein Ende der Attacken in der Straße von Hormus.

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US-Marineeinheiten in der Straße von Hormus. Indien fordert ein Ende der Angriffe auf Schiffe in der Region.

US-Marineeinheiten in der Straße von Hormus. Indien fordert ein Ende der Angriffe auf Schiffe in der Region.

© Lance Cpl. Dalton Swanbeck/imago

Die Spannungen rund um die Straße von Hormus verschärfen sich weiter. Nach dem Tod von drei indischen Seeleuten bei einem US-Angriff auf einen Tanker hat Indien die Vereinigten Staaten scharf kritisiert und ein Ende der Angriffe auf die Schifffahrt in der Region gefordert.

„Diese Angriffe müssen aufhören und beendet werden“, sagte der Sprecher des indischen Außenministeriums, Randhir Jaiswal, am Donnerstag laut Reuters. Gleichzeitig rief er zu Dialog und Diplomatie auf, um möglichst rasch zu Frieden und Stabilität in der Region zurückzukehren.

Indien bestellt US-Diplomaten ein

Nach Angaben der indischen Regierung wurde bereits am Mittwoch der Geschäftsträger der US-Botschaft in Neu-Delhi einbestellt. Das Außenministerium habe dabei seine „tiefsten Sorgen über die anhaltenden Angriffe“ zum Ausdruck gebracht.

Auslöser war ein Vorfall vor der Küste Omans. Dort war der Tanker „Settebello“ von US-Streitkräften angegriffen worden. Nach Angaben des indischen Schifffahrtsministers Sarbananda Sonowal kamen dabei drei indische Seeleute ums Leben. Es sind die ersten bekannten Todesopfer unter Besatzungsmitgliedern seit Beginn der amerikanischen Blockade gegen iranische Öllieferungen im April.

USA sprechen von Verstoß gegen Blockade

Das US-Zentralkommando teilte mit, ein amerikanisches Flugzeug habe den Maschinenraum des Tankers gezielt angegriffen. Die Besatzung habe wiederholte Anweisungen amerikanischer Streitkräfte ignoriert. Zudem habe das Schiff versucht, Öl aus dem Iran zu transportieren und damit gegen die laufende Blockade verstoßen. Der Betreiber des Tankers weist diese Darstellung zurück. Das Unternehmen IOS Marine FZE erklärte, das Schiff habe keinerlei Verbindung zum Iran oder zu iranischem Öl gehabt. Die Reederei forderte eine unabhängige internationale Untersuchung des Vorfalls.

Nach dem Angriff meldete die „Settebello“ einen Brand im Maschinenraum. Die Marine Omans rettete nach Angaben der Behörden 21 indische Besatzungsmitglieder.

Keine Entspannung in Sicht

Die indische Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Spannungen in der Region weiter zunehmen. In der Nacht zu Donnerstag griffen die USA erneut Ziele im Iran an. Teheran meldete im Gegenzug weitere Angriffe auf US-Einrichtungen in der Region. Der Iran erklärte zudem, die jüngsten amerikanischen Angriffe hätten eine zuvor vereinbarte Feuerpause faktisch bedeutungslos gemacht. Ein hochrangiger iranischer Vertreter kündigte gegenüber CNN eine „noch härtere“ Reaktion auf weitere US-Angriffe an.

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Parallel verschärfte US-Präsident Donald Trump seine Drohungen gegen den Iran. Auf seiner Plattform Truth Social kündigte er am Donnerstag weitere schwere Angriffe an. „Die Vereinigten Staaten werden den Iran heute Nacht SEHR HART treffen“, schrieb Trump. Zugleich stellte er eine mögliche Übernahme der strategisch wichtigen Öl-Insel Kharg in Aussicht. „Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft werden wir Kharg Island und andere Punkte der Ölinfrastruktur übernehmen und die vollständige Kontrolle über ihre Öl- und Gasmärkte erlangen“, erklärte der Republikaner. Die Insel gilt als wirtschaftliche Lebensader des Iran. Übereinstimmenden Berichten zufolge werden über Kharg rund 90 Prozent der iranischen Rohölexporte abgewickelt.

Vor diesem Hintergrund wächst die Sorge, dass die Kämpfe in und um die Straße von Hormus weitere internationale Akteure in den Konflikt hineinziehen könnten.

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