Nahost-Krieg

Trotz Friedensverhandlungen: USA melden Abschuss iranischer Drohnen in Straße von Hormus

Das US-Militär erklärt, mehrere iranische Drohnen über der Straße von Hormus abgeschossen zu haben. Diese hätten versucht, Handelsschiffe anzugreifen.

3 Min
Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf.

Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf.

© Altaf Qadri/AP/dpa

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben mehrere iranische Drohnen über der Straße von Hormus abgeschossen. Das für die Golfregion zuständige US-Regionalkommando Centcom teilte am Freitagabend auf der Plattform X mit, der Iran habe mehrere Einweg-Angriffsdrohnen gestartet, um Handelsschiffe in der Meerenge zu treffen.

„Die US-Streitkräfte haben sie alle in den letzten Stunden abgeschossen, während der Schiffsverkehr durch die Meerenge ungehindert weiterfließt“, erklärte Centcom. „Der internationale Handelskorridor bleibt für den Transitverkehr geöffnet.“

Iranische Nachrichtenagenturen berichteten laut Reuters von Explosionen im Hafen Sirik und auf der Insel Qeschm. Anwohner und örtliche Vertreter führten diese auf Warnschüsse iranischer Kräfte gegen Schiffe zurück, die ohne Genehmigung der Marine der Revolutionsgarden die Meerenge passieren wollten.

Annäherung bei Friedensverhandlungen

Parallel zu den militärischen Vorfällen deuteten beide Konfliktparteien laut Reuters auf Fortschritte bei den Gesprächen hin. Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter sagte unter der Bedingung der Anonymität, beide Seiten hätten sich auf einen Textentwurf verständigt; Washingon rechne mit einer Unterzeichnung einer ersten Vereinbarung in den kommenden Tagen.

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärte dem Bericht zufolge im Staatsfernsehen, Änderungen am Abkommen seien weiterhin möglich. Sein Land sei aus dem Konflikt gestärkt hervorgegangen. „Der Iran ist der Sieger im Krieg mit den USA“, sagte Araghtschi zudem.

Nach Angaben mehrerer Quellen sieht der Entwurf eine Wiederöffnung der Meerenge sowie ein Ende der US-Seeblockade gegen iranische Häfen vor, berichtet Reuters. Im Gegenzug sollen eingefrorene iranische Vermögenswerte freigegeben und Sanktionen auf Ölexporte ausgesetzt werden. Über das iranische Atomprogramm soll in einer anschließenden 60-tägigen Verhandlungsphase gesprochen werden.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif erklärte am Freitag auf X, es liege ein „endgültiger, einvernehmlicher Text des Friedensabkommens“ vor. Pakistan, das in dem Konflikt als Vermittler auftritt, werde nun eng mit beiden Seiten zusammenarbeiten, um die nächsten Schritte festzulegen. „Noch nie war der Frieden so nah wie jetzt“, so Sharif.

Israel nicht an Vereinbarung beteiligt

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte dem Bericht zufolge, Israel werde nicht Teil der Vereinbarung sein. Araghtschi sagte jedoch, das Abkommen werde auch den Krieg im Libanon beenden. Israels Verteidigungsminister wies einen Rückzug zurück.

Seit Anfang April gilt eigentlich eine Waffenruhe, die jedoch von wiederholten gegenseitigen Angriffen begleitet wurde. Dabei hat das US-Militär Ziele im Iran angegriffen, worauf Teheran laut AFP mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Stützpunkte in Bahrain, Jordanien und Kuwait reagierte.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner