Neue Analysen haben mehrere Baustellen für die Bildungspolitik in Deutschland aufgezeigt. Die Kompetenzen der Kinder nehmen ab, Schulabgänge ohne Abschluss steigen hingegen. In Ostdeutschland gehen die Kinderzahlen in Kitas seit Jahren zurück, nun erreicht der Trend auch den Westen. Das geht aus dem am Montag in Berlin vorgestellten nationalen Bildungsbericht hervor, den eine wissenschaftlich unabhängige Autorengruppe im Auftrag der Kultusministerkonferenz und des Bundesbildungsministeriums vorlegte.
Der alle zwei Jahre erscheinende Bericht bestätigt zwei zentrale Befunde anderer Studien: Die Kompetenzen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften gehen zurück, und der Bildungserfolg hängt stark von der sozialen Herkunft ab. Das verweise auf längerfristige strukturelle Probleme und damit auf eine zentrale Schwäche des Bildungssystems
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Mehr Kitas bundesweit, Rückgänge im Osten
Die Zahl der betreuten Kinder sinkt in den ostdeutschen Flächenländern seit 2020 in allen Altersgruppen deutlich. In den westdeutschen Ländern ist ein Rückgang bislang nur bei den unter Dreijährigen zu beobachten – dort allerdings erstmals
Bundesweit wurde 2025 mit über 57.000 Kindertageseinrichtungen ein neuer Höchststand erreicht. In den ostdeutschen Flächenländern sowie erstmals auch in Hamburg und Schleswig-Holstein gehen die Einrichtungszahlen dagegen zurück. Die Fachkraftquote liegt laut Bericht im Bundesdurchschnitt bei 71 Prozent, in Westdeutschland bei 67 und im Osten bei 87 Prozent. Das Kita-Personal im Osten sei tendenziell älter, was die künftige Personalnachfrage beeinflusse.
Besonders viele Lehrkräfte ohne Lehramtsprüfung im Osten
Bei der ganztägigen Bildung im Grundschulbereich liegt der Schwerpunkt im Osten auf Horten mit hohen Beteiligungsquoten. In Westdeutschland gibt es große Unterschiede: Hamburg erreiche Werte von 99 Prozent, Bayern liege unter 50 Prozent. Bei den Einjährigen klafft zwischen Bedarf und Angebot im Westen eine Lücke von 23 Prozentpunkten, im Osten von zwölf.
Im Schulbereich ist der Anteil der Lehrkräfte ohne anerkannte Lehramtsprüfung in den ostdeutschen Ländern besonders hoch. In Sachsen-Anhalt liegt er bei 47 Prozent, in Berlin bei 26, in Sachsen bei 21 und in Brandenburg bei 20 Prozent. Ab dem Schuljahr 2027/28 ist vor allem im Osten mit sinkenden Schülerzahlen an Grundschulen zu rechnen.
Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss steigt
Der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss ist bundesweit auf acht Prozent gestiegen, mit Länderunterschieden zwischen sechs und 14 Prozent. Bundesweit sei 2024 jedes vierte Kind von mindestens einer Risikolage betroffen – etwa Armutsgefährdung, geringer Elternqualifikation oder Erwerbslosigkeit im Haushalt.
Für den Zeitraum 2024 bis 2026 haben die Länder dem Bericht zufolge 347 Maßnahmen und der Bund 13 weitere zur Verringerung von Bildungsungleichheiten aufgelegt. Nötig seien jedoch ein koordinierter Ansatz und klare Zielsetzungen.
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