Wetterprognose

Australische Wetterbehörde: Stärkster El Niño seit Jahrzehnten möglich

Australien hat das Wetterphänomen El Niño offiziell ausgerufen. Prognosen deuten laut der australischen Wetterbehörde auf ein starkes El-Niño-Ereignis hin.

3 Min
El Nino sorgt je nach Weltregion für Dürren und Überschwemmungen (Archivbild)

El Nino sorgt je nach Weltregion für Dürren und Überschwemmungen (Archivbild)

© Francis R. Malasig/EPA/dpa

Die australische Wetterbehörde hat das Wetterphänomen El Niño offiziell für aktiv erklärt, wie der Sender ABC berichtet. Mit diesem Namen wird eine längere Periode mit überdurchschnittlich warmen Wassertemperaturen im zentralen tropischen Pazifik bezeichnet.

Im tropischen Pazifik habe sich ein El-Niño-Muster gebildet, das sich in der zweiten Jahreshälfte 2026 weiter verstärken könnte, teilte das australische Bureau of Meteorology (BOM) am Dienstag in einer Stellungnahme mit, über die die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Die Meeresoberflächentemperaturen in der Region hätten die El-Niño-Schwellenwerte überschritten, auch die atmosphärischen Indikatoren stimmten mit dem Phänomen überein.

„Die Prognosen deuten aufgrund des Ausmaßes der Erwärmung im zentralen tropischen Pazifik auf ein starkes bis sehr starkes El-Niño-Ereignis hin“, zitierte Reuters aus der Mitteilung der Behörde. „Etwa die Hälfte der Modelle deutet darauf hin, dass dieses Ereignis einen Höchststand erreichen könnte, der zu den höchsten seit 1950 zählt.“

Folgen für Landwirtschaft und Welternährung

Meteorologen erwarten laut Reuters, dass das Wetterereignis übermäßige Regenfälle in Amerika sowie heiße und trockene Bedingungen in Asien bringt, wo die Aussaat bereits beeinträchtigt sei. Damit wachse die Sorge um die Lebensmittelversorgung in der bevölkerungsreichsten Region der Welt.

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Für Australien ist El Niño besonders folgenreich, da das Land zu den größten Exporteuren von Weizen, Zucker und Rindfleisch zählt. Das vorangegangene El-Niño-Ereignis von 2023 bis 2024 habe laut Reuters den trockensten Dreimonatszeitraum seit Beginn der Aufzeichnungen verursacht. Eines der stärksten Ereignisse in den Jahren 2015 und 2016 habe verbreitete Dürre und Einbußen bei Getreide und Ölsaaten gebracht.

Mögliche Rekordwerte

Nach ABC-Angaben ist die Erwärmungsrate in der Niño3.4-Zone in diesem Jahr die schnellste seit 1943. Eine Messung der Wassertemperatur in dieser Zone, einem Gebiet entlang des Äquators, wird dem Bericht zufolge als Indikator für den Zustand des Wetterphänomens genutzt.

Das saisonale Modell der Behörde, ACCESS-S, prognostiziere für später im Jahr einen Spitzenwert von mehr als drei Grad Celsius über dem Normalwert – deutlich über dem bisherigen Höchstwert von 2,65 Grad aus dem November 1902, berichtete ABC weiter.

Für Australien rechnet das BOM laut ABC News mit wärmeren Tagestemperaturen im Süden Australiens, einer kürzeren Schneesaison, einer längeren Feuersaison sowie einem verzögerten Monsun in den Tropen. Ein starkes pazifisches Wärmesignal bedeute jedoch nicht automatisch eine Rekorddürre vor Ort. Wissenschaftler hätten zudem darauf hingewiesen, dass der Klimawandel die Auswirkungen des diesjährigen El Niño verstärken werde, berichtete Reuters.

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