Etwa einen Tag nach Bekanntwerden einer Grundsatzeinigung zwischen den USA und dem Iran über die Öffnung der Straße von Hormus blieb der sichtbare Schiffsverkehr durch die Meerenge gering, wie Bloomberg berichtet. Lediglich Schiffe und Ladungen mit Bezug zum Iran hätten die Wasserstraße am Dienstag bisher passiert. Reeder bleiben dem Bericht zufolge vorsichtig, da es noch wenige Details über eine Wiederaufnahme der Schifffahrt in der Region gebe.
Jotaro Tamura, Vorstandschef der großen japanischen Reederei Mitsui O.S.K. Lines (MOL), sagte der Financial Times, Reedereien würden die Durchfahrt erst wieder aufnehmen, wenn sie sicher seien, dass das Abkommen zwischen Washington und Teheran „„substanziell“ sei. Die Vereinbarung müsse in die „realen Gegebenheiten“ in der Meerenge umgesetzt werden.
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Reederei: Sicherheit muss „ausreichend bestätigt“ sein
Es habe in den vergangenen Monaten mehrere Fehlstarts einer Öffnung der Straße von Hormus gegeben, hieß es weiter. „Angesichts der Erfahrungen der vergangenen Monate ist es vernünftig anzunehmen, dass es mindestens ein paar Wochen, wenn nicht einen Monat dauern könnte“, sagte Tamura dem Bericht zufolge vor der Bekanntgabe des Abkommens.
Die Einigung habe seine Einschätzung nicht verändert, teilte das Unternehmen anschließend mit. Vor einer Wiederaufnahme müsse die Sicherheit „ausreichend bestätigt“ sein, hieß es in einer Stellungnahme an Reuters. Eine Wiederaufnahme des Transitverkehrs erfordere „eine enge Abstimmung mit den Regierungen der betroffenen Länder, den Versicherern und anderen Beteiligten“.
Krieg legt Schiffsverkehr seit Februar weitgehend lahm
Der Ende Februar begonnene Krieg hat den Schiffsverkehr durch die Meerenge, über die vor dem Krieg rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggaslieferungen transportiert wurde, weitgehend zum Erliegen gebracht. Vor dem Krieg passierten nach Angaben der Financial Times etwa 135 Schiffe pro Tag die Straße von Hormus.
US-Präsident Donald Trump hatte am Montag auf seiner Plattform Truth Social erklärt, mit Öl beladene Schiffe begännen, die Meerenge zu verlassen, und nutzten dabei einen „völlig sicheren“ südlichen Seeweg. Einem Bericht von ABC News zufolge, der sich auf einen US-Regierungsvertreter beruft, soll das zugrundeliegende Abkommen voraussichtlich am Freitag in der Schweiz formal unterzeichnet werden.
Laut Bloomberg wird auch der Transit leerer Schiffe durch die Straße von Hormus in den Golf aufmerksam beobachtet, da dies ein wachsendes Vertrauen auf eine dauerhafte Friedensvereinbarung zeigen würde. Mehr als 300 leere Schiffe warten laut Kpler-Daten im Golf von Oman, hieß es. Die Zahl einlaufender Schiffe dürfte von zunächst rund 15 pro Tag bis Ende des ersten Monats auf etwa 40 steigen, erklärten Kpler-Analysten laut Bloomberg.
Katar plant raschen Hochlauf der LNG-Produktion
Der Erdgasproduzent Katar will seine Flüssiggas-Produktion nach einer Wiedereröffnung der Meerenge rasch hochfahren, berichtete Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraue Quellen. Die staatliche QatarEnergy habe Abnehmern mitgeteilt, dass die Produktion innerhalb eines Monats nach Wiederherstellung sicherer Durchfahrt auf rund 50 Prozent und binnen zwei Monaten auf etwa 80 Prozent der Kapazität steigen solle.
Die verbleibende Kapazität, die durch iranische Raketenangriffe im März beschädigt wurde, werde Jahre für eine vollständige Wiederherstellung benötigen, hieß es weiter. QatarEnergy habe sich gegenüber Bloomberg zunächst nicht geäußert.
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