Die USA haben ihre Blockade des gesamten Schiffsverkehrs zu und von iranischen Häfen beendet. Das teilte das US-Regionalkommando Centcom am Donnerstag auf der Plattform X mit. „Amerikanische Streitkräfte behindern die Durchfahrt von Schiffen zu und von iranischen Häfen nicht“, hieß es in der Mitteilung. Marineschiffe blieben jedoch in der Region, um die Einhaltung der Rahmenvereinbarung zwischen dem Iran und den USA zu überwachen.
Die Aufhebung der Blockade folgt auf eine am Mittwochabend unterzeichnete Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran, mit der eine Waffenruhe verlängert und eine 60-tägige Verhandlungsphase für ein endgültiges Abkommen eingeleitet wird. US-Vizepräsident JD Vance sagte vor Reportern im Weißen Haus, die Frist habe nun begonnen, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete.
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Streit um mögliche Gebühren in der Meerenge
Vance äußerte sich zudem zu Befürchtungen, der Iran könne künftig Gebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus erheben. Internationale Wasserstraßen sollten gebührenfrei bleiben, sagte er laut Bloomberg. Sollte die Meerenge nicht offen sein, werde es kein endgültiges Abkommen geben.
Nach einer von Irans Präsident Massoud Peseschkian auf X veröffentlichten Fassung der Vereinbarung soll der Iran die gebührenfreie Durchfahrt kommerzieller Schiffe für 60 Tage garantieren. Der reguläre Verkehr soll binnen 30 Tagen wiederhergestellt werden.
Kritik aus Washington und Israel
Schiffe mit nahezu zehn Millionen Barrel Öl seien laut Bloomberg bereits unterwegs oder hätten die Meerenge verlassen, darunter erstmals seit Kriegsbeginn auch saudische Tanker. Die iranische Nachrichtenagentur ISNA meldete dem Bericht zufolge, der kommerzielle Schiffsverkehr an den südlichen iranischen Häfen sei bereits seit Montag wieder normal.
Israelische Politiker kritisierten laut Reuters, die Vereinbarung gehe nicht auf ihre Bedenken zum iranischen Atom- und Raketenprogramm ein und schränke Israels Vorgehen gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon ein. Vance erklärte dazu mit Blick auf den US-Präsidenten Donald Trump: „Wenn ich im israelischen Kabinett säße, würde ich vielleicht nicht den einzigen mächtigen Verbündeten angreifen, den ich auf der ganzen Welt noch habe.“
Auch in den USA gibt es laut Bloomberg Kritiker der Vereinbarung, darunter einige Republikaner. Der Vorsitzende des für Streitkräfte zuständigen Ausschusses im Senat, Roger Wicker, erklärte demnach, ein im Abkommen vorgesehener 300-Milliarden-Dollar-Fonds für Investitionen in Iran lasse Zugeständnisse des Atomabkommens von 2015 unter Präsident Barack Obama aus seiner Sicht geringfügig erscheinen, auch wenn dafür keine US-Steuergelder eingesetzt würden. Trump schrieb am Donnerstag auf Truth Social, für die USA gebe es „nichts als Erfolg, niedrigere Ölpreise und Sieg“.
Während der 60-tägigen Verhandlungsphase sollen Beschränkungen für das iranische Atomprogramm und der Umgang mit hochangereichertem Uran geklärt werden. Nuklearexperten halten den Zeitrahmen laut Bloomberg für knapp; das Abkommen von 2015 habe rund zwei Jahre Verhandlungen gebraucht.
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