Nahost

Straße von Hormus: US-Militär meldet 55 Schiffe trotz iranischer Sperrankündigung

Teheran erklärt die Meerenge erneut für geschlossen, das US-Zentralkommando spricht von steigendem Schiffsverkehr. Verhandlungsdelegationen reisen in die Schweiz.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Öltanker und Frachtschiffe in der Straße von Hormus

Öltanker und Frachtschiffe in der Straße von Hormus

© Altaf Qadri/AP

Das US-Zentralkommando (Centcom) hat der iranischen Ankündigung einer erneuten Schließung der Straße von Hormus widersprochen. Am Samstag hätten 55 Handelsschiffe die Meerenge passiert und dabei mehr als 17 Millionen Barrel Öl auf die Weltmärkte transportiert, teilte das Kommando auf der Plattform X mit.

Der Schiffsverkehr habe an diesem Tag sogar zugenommen. US-Streitkräfte seien in der Region präsent, um die freie Schifffahrt zu sichern und die Einhaltung der Vereinbarung mit dem Iran zu überwachen.

Zuvor hatten die iranischen Revolutionsgarden über die Nachrichtenagentur Fars erklärt, die für den globalen Öl- und Gashandel zentrale Meerenge sei vollständig geschlossen worden. Als Begründung nannten sie die fortgesetzten israelischen Angriffe im Libanon sowie eine Verletzung von Zusagen durch die USA im Zusammenhang mit der Waffenruhe. Schiffe wurden gewarnt, sich der Meerenge zu nähern: Ihre Sicherheit sei sonst gefährdet.

Die Ankündigung geht nach Angaben des iranischen Staatssenders Irib auf das zentrale Einsatzkommando Khatam al-Anbiya der Streitkräfte zurück. Zur konkreten Umsetzung, etwa durch militärische Mittel, machte das Kommando keine näheren Angaben.

Verhandlungen in der Schweiz angekündigt

US-Vizepräsident JD Vance sagte dem Sender Fox News, er habe keine Hinweise auf eine tatsächliche Sperrung der Meerenge. Er sei zuversichtlich, dass die im 14-Punkte-Abkommen vereinbarte Waffenruhe halte. Vance kündigte an, in den kommenden Tagen in die Schweiz zu reisen, um zu den US-Unterhändlern Jared Kushner und Steve Witkoff zu stoßen.

Nach Angaben des pakistanischen Außenministeriums beginnen die technischen Gespräche zwischen den USA und dem Iran an diesem Sonntag im Schweizer Bürgenstock. Pakistan und Katar treten als Vermittler auf.

Wie iranische Staatsmedien berichteten, reiste eine Delegation unter Leitung des Chefunterhändlers Mohammad Bagher Ghalibaf bereits am Samstag in die Schweiz. Ihr gehören auch Außenminister Abbas Araghtschi, der Gouverneur der Zentralbank sowie ein stellvertretender Ölminister an.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Lage im Libanon bleibt fragil

Parallel bleibt die am Freitag in Kraft getretene Waffenruhe im Libanon brüchig. Nach Angaben der libanesischen Zivilschutzbehörde, zitiert von Reuters, kamen am Samstag 20 Menschen durch israelische Angriffe ums Leben. Die israelische Armee erklärte, sie reagiere auf Beschuss durch die Hisbollah.

Die vom Iran unterstützte Miliz erklärte ihrerseits, sie übe ihr Recht auf Verteidigung aus und werde Israel keine Bewegungsfreiheit im Libanon einräumen.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner