Sprachbarriere

Einlass in Hallenser Freibad nur für Deutschsprachige: Stadt fordert Rücknahme von Regelung

Im Heidebad in Halle dürfen nur noch Gäste mit ausreichenden Deutschkenntnissen ins Wasser. Die Stadt hält die Regelung für unzulässig.

2 Min
Um das Heidebad in Halle wird derzeit heftig diskutiert.

Um das Heidebad in Halle wird derzeit heftig diskutiert.

© Sebastian Willnow/dpa

Die Stadt Halle hat den Betreiber des Heidebades aufgefordert, eine Einlassregel sofort zurückzunehmen. Diese sieht vor, dass Menschen ohne ausreichende Deutschkenntnisse keinen Zutritt zu dem Bad im Stadtteil Neustadt erhalten. 

Das Hausrecht dürfe nicht dazu genutzt werden, ganze Bevölkerungsgruppen vom Eintritt auszuschließen. Auch die Gefahrenabwehr, etwa das Verstehen von Baderegeln, rechtfertige keine pauschalen Verbote.

Heidebad: „Unmut“ wird in Kauf genommen

In einer schriftlichen Stellungnahme bot die Stadt dem Heidebad zugleich Hilfe an, um „Kommunikationsschwierigkeiten zu beheben, um die Sicherheit aller Badenden zu gewährleisten“. Vorgeschlagen wurden Medienberichten zufolge unter anderem Piktogramme oder QR-Codes, über die Gäste übersetzte Baderegeln in verschiedenen Sprachen abrufen könnten.

Der Geschäftsführer des Heidebades, Mathias Nobel, verteidigte die Maßnahme. Man müsse sicherstellen, dass alle Besucher die Baderegeln verstünden, sagte er. „In einzelnen Fällen wurden Gäste nicht eingelassen, wenn aus Sicht des Betreibers keine ausreichende Verständigung über sicherheitsrelevante Hinweise möglich war.“ Dies habe „vereinzelt zu Unmut“ geführt, werde jedoch im Interesse der allgemeinen Sicherheit bewusst in Kauf genommen.

Badegäste müssten zudem auf Ansprachen der Rettungsschwimmer reagieren können. Komme eine Gruppe, in der niemand ausreichend Deutsch verstehe, entstünden Bedenken im Team. Mit der Regelung wolle er auch sein Personal entlasten. Bademeister hätten es zuletzt abgelehnt, Baderegeln einzeln in ein Übersetzungsprogramm zu sprechen. „Mein Personal ist so schon an der Grenze", sagte Nobel. Trotz Kritik wolle das Bad an der Regel festhalten.

Weiter stellte das Bad klar: „Es wurde keine neue Regel eingeführt.“ Vielmehr werde die bestehende Bad- und Hausordnung konsequenter umgesetzt. Das Heidebad stehe „seit vielen Jahren für Offenheit, Vielfalt und ein respektvolles Miteinander“. Es gehe nicht um die deutsche Sprache, „entscheidend ist ausschließlich, dass sicherheitsrelevante Informationen verstanden werden können“.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) erklärte auf Social Media, sie wolle ihren Namen nicht in Verbindung mit den Regelungen des Heidebads gebracht sehen. „Vor diesem Hintergrund distanzieren wir uns ausdrücklich von den verbreiteten Inhalten und den darin transportierten Aussagen. Diese stehen weder im Zusammenhang mit der DLRG noch entsprechen sie unseren Grundwerten und Überzeugungen“.

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