Nahost

Straße von Hormus: UN-Evakuierung für festsitzende Schiffe hat begonnen

Rund 11.000 Seeleute und Hunderte Schiffe sind noch immer im Persischen Golf eingeschlossen. Jetzt hat die von der UN koordinierte Evakuierung begonnen.

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Schiffe warten in der Straße von Hormus auf die Weiterfahrt.

Schiffe warten in der Straße von Hormus auf die Weiterfahrt.

© Wen Xinnian/Xinhua/dpa

Die von den Vereinten Nationen koordinierte Evakuierung Hunderter Schiffe aus der Golfregion hat begonnen. Erste festsitzende Frachter und Tanker hätten die Straße von Hormus bereits passiert, teilte die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) am Mittwoch mit. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Nach Angaben eines IMO-Sprechers fahren die Schiffe im Rahmen eines neuen Sicherheitsplans durch die strategisch wichtige Meerenge. Details zu den einzelnen Schiffen nannte die Organisation nicht.

Daten von Schiffsverfolgungsdiensten, die Reuters ausgewertet hat, zeigen, dass innerhalb von zwölf Stunden mindestens zwei Massengutfrachter und ein Frachtschiff die Straße von Hormus verlassen haben. Zudem seien drei festgesetzte Öltanker mit zusammen rund fünf Millionen Barrel Rohöl auf dem Weg aus dem Persischen Golf.

Rund 11.000 Seeleute betroffen

Die IMO hatte am Dienstag angekündigt, Hunderte Schiffe mit rund 11.000 Seeleuten aus der Region herausführen zu wollen. Viele Schiffe hatten infolge des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran in der Golfregion festgesessen. Nach Angaben der Organisation können die Schiffe nun zwei vorübergehende Korridore nutzen: eine nördliche Route durch iranische Gewässer sowie eine südliche Route durch Gewässer Omans, die mit den USA koordiniert werden.

Das bisherige Verkehrstrennungssystem durch iranische und omanische Gewässer gilt laut Reuters derzeit als unsicher. Schifffahrts- und Sicherheitskreise verweisen unter anderem auf die Gefahr von Treibminen.

Verkehr nimmt langsam wieder zu

Nach Auswertungen des Analysehauses Kpler hat der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zuletzt deutlich zugenommen. In den vergangenen Tagen passierten demnach durchschnittlich mehr als 25 Schiffe täglich die Meerenge. Am Dienstag waren es laut Kpler 31. Vor Beginn des Konflikts Ende Februar lag der Durchschnitt allerdings bei rund 125 Schiffen pro Tag. Nach Schätzungen der IMO und von Marktbeobachtern befinden sich weiterhin zwischen 500 und 600 Schiffe im Persischen Golf, darunter bis zu 100 Öltanker.

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Reeder bleiben vorsichtig

Die britische Sicherheitsfirma Vanguard erklärte laut Reuters, der neue Korridor sei wegen der anhaltenden Risiken für die Schifffahrt eingerichtet worden. Trotz der neuen Regelung müssten Reeder und Kapitäne weiterhin eigene Sicherheitsbewertungen vornehmen.

Zudem könne die Durchfahrt jederzeit aus Sicherheitsgründen oder wegen militärischer Aktivitäten unterbrochen werden. Die Frachtraten für Öltanker seien wegen der angespannten Lage und der begrenzten Verfügbarkeit von Schiffen zuletzt deutlich gestiegen.

US-Präsident Donald Trump erklärte auf seiner Plattform Truth Social, der Iran habe den USA versichert, keine Gebühren oder sonstigen Abgaben von Schiffen zu verlangen, die die Straße von Hormus passieren. Unabhängig überprüfen ließ sich die Darstellung zunächst nicht.


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