Die Sanierung der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin ist nach wochenlangen Bauverzögerungen erheblich teurer geworden. Die Gesamtkosten belaufen sich nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums inzwischen auf rund 2,7 Milliarden Euro. Das geht aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage des Linke-Abgeordneten Christian Görke hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Bislang war von Baukosten in Höhe von rund 2,2 Milliarden Euro die Rede.
Zusätzlich war ein Risikopuffer von rund 300 Millionen Euro vorgesehen. Dieser ist der Antwort zufolge inzwischen ausgeschöpft. Ob die Sanierung noch teurer werden könnte, lässt das Ministerium offen.
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„Für diese riesigen Kosten wurde viel zu wenig erreicht“, teilte Görke mit. Vor allem habe das europäische Zugsicherungssystem ETCS nicht wie ursprünglich geplant eingebaut werden können. „Allein deshalb wird es in fünf bis zehn Jahren zu einer weiteren Großsperrung kommen“, erklärte er. Das digitale Zugleitsystem soll für mehr Kapazität auf der Schiene sorgen. Nach jetzigem Stand können die Züge auf der Strecke auch nach der Sanierung nicht mit ETCS fahren.
Görke kritisierte zudem, dass kurz nach der Eröffnung Aufzüge nicht funktioniert hätten und Züge ausgefallen seien. Tausende Pendler hätten zehneinhalb Monate lang mit Ersatzbussen und massiven Einschränkungen leben müssen.
Die rund 290 Kilometer lange Strecke war seit Anfang August 2024 für den Fern-, Regional- und Güterverkehr gesperrt. Der Fernverkehr wurde über Stendal und Uelzen umgeleitet, im Regionalverkehr mussten Fahrgäste auf Ersatzbusse ausweichen. Ursprünglich war die Wiedereröffnung für Anfang Mai vorgesehen. Wochenlanger Frost im Januar und Februar führte jedoch zu Verzögerungen, weil der gefrorene Boden Arbeiten unmöglich machte. Erst seit Mitte Juni rollen die Züge wieder.
Die Modernisierung ist Teil eines Gesamtprogramms, mit dem die Deutsche Bahn bis Mitte der 2030er Jahre Dutzende stark belastete Strecken sanieren will. Die Korridore werden dafür über Monate vollständig gesperrt. Das Konzept dieser Generalsanierungen stößt in der Branche auf Kritik – vor allem wegen der umfassenden Sperrungen und der hohen Kosten.
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