Die USA treiben die Normalisierung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus weiter voran. Das Joint Maritime Information Center (JMIC), das unter Aufsicht der US-Marine arbeitet, teilte am Samstag mit, dass der Schifffahrtskorridor entlang der omanischen Küste erweitert werde. Künftig sollen Schiffe dort gleichzeitig in beide Richtungen passieren können. Ziel sei es, den Verkehr durch eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt wieder zu beschleunigen.
Die Entscheidung gilt zugleich als politische Botschaft an den Iran. Teheran hatte zuletzt erklärt, Schiffe dürften die Meerenge nur über von der Islamischen Republik genehmigte Routen passieren und Gebühren für die Durchfahrt angekündigt. Die USA und mehrere Golfstaaten weisen diesen Anspruch zurück. Sie betrachten die Straße von Hormus als internationale Wasserstraße, in der die freie Schifffahrt gewährleistet sein müsse.
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Verkehr bleibt deutlich unter Normalniveau
Trotz der neuen Route hat sich die Lage bislang nur teilweise entspannt. Nach Angaben von Reuters passierten am Freitag lediglich 13 Tanker die Meerenge, deutlich weniger als zu Wochenbeginn. Vor Beginn des Konflikts lag die durchschnittliche Zahl der täglichen Schiffspassagen bei rund 125. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation hatte zuletzt versucht, Hunderte Schiffe und rund 11.000 Seeleute über einen Sicherheitskorridor aus dem Persischen Golf zu bringen. Nach dem Drohnenangriff auf ein Frachtschiff wurde die Aktion jedoch zunächst abgebrochen.
Nach IMO-Angaben konnten bereits etwa 115 Schiffe die Straße von Hormus verlassen. Rund 500 bis 600 Schiffe befinden sich demnach weiter in der Region und warten auf sichere Passage. Die Ausweitung der Route entlang der omanischen Küste soll nun ermöglichen, dass Schiffe wieder in beide Richtungen fahren können. Damit wollen die USA den Verkehr durch die Meerenge schrittweise normalisieren, obwohl die Sicherheitslage weiter brisant bleibt.
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Erst am Freitag hatten die USA iranische Raketen- und Drohnenstellungen sowie Radaranlagen an der Küste bombardiert. Washington bezeichnete die Angriffe als Vergeltung für den iranischen Drohnenangriff auf ein Frachtschiff in der Straße von Hormus einen Tag zuvor und sprach von einem Verstoß gegen die vereinbarte Waffenruhe. Teheran reagierte darauf nach eigenen Angaben mit Gegenschlägen gegen US-Einrichtungen in der Golfregion. Die iranische Führung warf der US-Regierunug einen „eklatanten Verstoß“ gegen das zwischen beiden Ländern geschlossene Rahmenabkommen vor. Das iranische Außenministerium verurteilte die US-Angriffe als „brutal“. Sie hätten auf iranische Küstenüberwachungsanlagen abgezielt.
Am Samstag meldete Bahrain dann Drohnenangriffe aus dem Iran. Das Außenministerium des Golfstaats warf Teheran eine „eklatante Verletzung“ der Souveränität Bahrains und eine „Sabotage“ der Friedensbemühungen vor. Bahrain beherbergt das Hauptquartier der 5. US-Flotte. Die Revolutionsgarden erklärten laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA, mehrere Standorte der „terroristischen US-Armee“ in der Region angegriffen zu haben.
Zudem wurde nach Angaben der britischen Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt UKMTO ein weiterer Tanker in der Straße von Hormus von einem unbekannten Geschoss getroffen. Die Schiffsbrücke sei beschädigt worden, Verletzte habe es nicht gegeben. Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand. AP berichtet, der Verdacht richte sich wegen der jüngsten Eskalation gegen den Iran.
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