Nahost-Konflikt

USA greifen Iran wieder an – Vergeltung für Angriff auf Frachtschiff

Nach dem Drohnenangriff auf ein Frachtschiff haben die USA iranische Raketen- und Drohnenstellungen bombardiert. Washington spricht von einem Verstoß gegen die Waffenruhe.

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Ein US-Kampfjet startet von einem Flugzeugträger. Das US-Militär griff nach eigenen Angaben iranische Militärziele an.

Ein US-Kampfjet startet von einem Flugzeugträger. Das US-Militär griff nach eigenen Angaben iranische Militärziele an.

© Daniel Ruiz/U.S Navy

Die USA haben erstmals seit Inkrafttreten der vorläufigen Waffenruhe mit dem Iran wieder militärische Ziele in der Islamischen Republik angegriffen. Nach Angaben des US-Regionalkommandos Centcom bombardierten amerikanische Streitkräfte am Freitag Raketen- und Drohnenlager sowie Radaranlagen an der iranischen Küste. Die Angriffe seien eine Reaktion auf den Drohnenangriff auf ein Frachtschiff nahe der Straße von Hormus am Donnerstag gewesen. Darüber berichten unter anderem CNN, die Nachrichtenagentur AP und Centcom.

„Die unbegründete Aggression gegen die Handelsschifffahrt durch iranische Streitkräfte hat eindeutig gegen die Waffenruhe verstoßen“, erklärte Centcom. Weitere Angaben zum Umfang der Angriffe oder möglichen Schäden machte das Militär zunächst nicht.

Teheran meldete daraufhin Gegenschläge gegen US-Einrichtungen in der Golfregion. Das iranische Staatsfernsehen berichtete in der Nacht zum Samstag, die Revolutionsgarden hätten als Reaktion auf die US-Angriffe US-Einrichtungen in der Golfregion angegriffen. „Sollte sich die Aggression wiederholen, wird unsere Reaktion noch umfassender ausfallen“, so die Revolutionsgarden.

Vizepräsident JD Vance warnte die iranische Fürhung angesichts der erneuten gegenseitigen Angriffe im Onlinedienst X. „Gewalt wird nur Gewalt erzeugen“, schrieb Vance. Wenn der Iran Differenzen über die Umsetzung der Absichtserklärung habe, könne er „zum Telefon greifen“.

Trump hatte Vergeltung angekündigt

US-Präsident Donald Trump hatte den Angriff bereits am Freitagmorgen auf seiner Plattform Truth Social als „dumme Verletzung unserer Waffenruhe-Vereinbarung“ bezeichnet. Nach seinen Angaben feuerte der Iran mindestens vier Kampfdrohnen auf Schiffe in der Straße von Hormus ab. Eine Drohne habe das Oberdeck eines Frachtschiffs getroffen und beschädigt, drei weitere seien abgeschossen worden.

Auf die Frage von Journalisten, ob der Iran mit Konsequenzen rechnen müsse, antwortete Trump im Weißen Haus lediglich: „Sie werden es herausfinden.“ Wenige Stunden später erfolgten die Luftangriffe.

Angriff belastet Gespräche mit dem Iran

Der Angriff auf das Frachtschiff gilt als erster schwerwiegender Zwischenfall seit dem vor einer Woche geschlossenen Rahmenabkommen zwischen Washington und Teheran. Beide Seiten hatten sich auf eine 60-tägige Verhandlungsphase verständigt, in der unter anderem über das iranische Atomprogramm, die Zukunft der Straße von Hormus und weitere Sicherheitsfragen verhandelt werden soll.

Die Regierung in Teheran betrachtet die Kontrolle über die Meerenge als wichtigen Hebel in den Gesprächen. Erst wenige Stunden vor dem Angriff hatte die iranische Revolutionsgarde erklärt, Schiffe dürften die Straße von Hormus nur über von Teheran genehmigte Routen passieren. Trump hatte dagegen mehrfach betont, die Meerenge müsse dauerhaft frei und ohne Gebühren befahrbar bleiben.

Evakuierung von Schiffen gestoppt

Der Angriff traf auch die internationale Schifffahrt. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) hatte erst in dieser Woche begonnen, Hunderte Schiffe und rund 11.000 Seeleute über einen neuen Sicherheitskorridor aus dem Persischen Golf zu führen.

Nach dem Angriff setzte die IMO die Evakuierungsaktion jedoch aus. Nach Angaben von IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez konnten zwar bereits rund 115 Schiffe die Straße von Hormus verlassen. Etwa 500 Schiffe befinden sich jedoch weiterhin in der Region und warten auf sichere Passage.

Experten sehen darin einen Rückschlag für die Bemühungen, den Schiffsverkehr durch eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt wieder auf das Vorkriegsniveau zu bringen.

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