In den ostdeutschen Bundesländern und in Berlin ist die Arbeitslosigkeit im Juni leicht gesunken, liegt aber weiterhin über dem Bundesdurchschnitt. Das geht aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit vom Dienstag hervor. Die erhoffte Frühjahrsbelebung am deutschen Arbeitsmarkt bleibt weitgehend aus. „Am Arbeitsmarkt ist kaum Veränderung zu sehen. Die Arbeitslosigkeit sinkt nur wenig und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung setzt ihre leichte Abwärtstendenz fort“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Andrea Nahles.
Sachsens Arbeitslosigkeit auf Höchststand – VW-Werk bedroht
In Sachsen sank die Zahl der Arbeitslosen um knapp 1500 auf rund 150.000, die Quote blieb unverändert bei 7,0 Prozent. Damit liegt die Arbeitslosigkeit im Freistaat laut Bundesagentur auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. Die niedrigste Quote weist der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 5,4 Prozent auf, die höchste Chemnitz mit 9,7 Prozent.
In Zwickau droht jedoch schon bald mehr Arbeitslosigkeit: Das dortige VW-Werk könnte laut Medienberichten schließen, was etwa 8000 angestellte von Volkswagen betreffen würde.
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Sachsen-Anhalt hat die höchste Arbeitslosenquote im Osten
In Sachsen-Anhalt waren nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit im Juni 87.331 Menschen arbeitslos gemeldet, rund 937 weniger als im Mai. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 7,9 Prozent. Der leichte Rückgang dürfe aber nicht über die Herausforderungen am Arbeitsmarkt hinwegtäuschen, teilte die Regionaldirektion mit. Die Quote ist die höchste unter den ostdeutschen Flächenländern.
In Thüringen waren 68.385 Menschen ohne Job, 1166 weniger als im Vormonat. Die Quote sank auf 6,3 Prozent, das sind 1,9 Prozent weniger als im Juni 2025. Die Lage am Arbeitsmarkt bleibe angespannt, sagte der Chef der Regionaldirektion, Markus Behrens. Die schwächelnde Konjunktur lasse eine spürbare Dynamik vermissen.
In Mecklenburg-Vorpommern ging die Zahl der Arbeitslosen um gut 1100 auf rund 61.900 zurück, die Quote auf 7,6 Prozent. Auch im Vergleich zum Vorjahresmonat ist das ein Rückgang. Der Arbeitsmarkt zeige sich trotz wirtschaftlicher Herausforderungen robust, sagte Markus Biercher, Chef der Regionaldirektion Nord. Gleichzeitig bleibe der Bedarf an Fachkräften hoch.
Tesla sorgt für Schwung in Brandenburg
In Brandenburg sank die Zahl der Arbeitslosen um 952 auf 85.441, die Quote auf 6,3 Prozent. Für Schwung sorgte laut Regionaldirektion insbesondere ein deutlicher Stellenaufbau beim Autobauer Tesla in Grünheide. In Berlin waren 220.435 Menschen arbeitslos gemeldet, 1588 weniger als im Mai. Die Quote sank auf 10,2 Prozent. „Der Arbeitsmarkt in Berlin und Brandenburg kann im Juni durchatmen“, teilte die Chefin der Regionaldirektion mit.
Bundesweit sank die Zahl der Arbeitslosen um 15.000 auf 2,936 Millionen, die Quote um 0,1 Punkte auf 6,2 Prozent. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung setze ihre leichte Abwärtstendenz fort. Für die kommenden Monate wird jedoch wie im Sommer üblich mit einem erneuten Anstieg gerechnet - vor allem bei jüngeren Menschen. Das hängt mit dem Ende von Schul- und Berufsausbildung zusammen.
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