Punkt 18:24 Uhr war es soweit. Max Kanter ist nun Debütant bei der Tour de France – nach acht Jahren als Profi. Kaum auf der Strecke, schlägt dem Wahl-Pirnaer allerdings die brutale Realität des Sports ins Gesicht.
Erstmals seit 1971 begann die Tour de France mit einem Teamzeitfahren und zudem mit einem neuen Reglement, das ausgerechnet beim anderen französischen Etappenrennen Paris–Nizza getestet wurde – dem Rennen, bei dem Max Kanter im März seinen ersten WorldTour-Sieg bejubeln konnte. Eigentlich ein gutes Omen. Denkste.
Auf dem knapp 20 km langen Kurs stürzte ausgerechnet Astanas Fahrer fürs Gesamtklassement, Harold Tejada, und das gesamte Team musste auf ihn warten. Denn anders als beim klassischen Teamzeitfahren bekommen im neuen Reglement nicht alle die Zeit des Fahrers, der als Vierter des Teams die Ziellinie überquert, sondern jeder seine eigene.
Also hieß es, auf die Bremse zu treten und dann alles rauszuhauen, um den Schaden zu begrenzen. Am Ende war es für das Team trotzdem der letzte Platz, mit 2:18 Minuten Rückstand auf das Team Visma-Lease a Bike mit dem zweimaligen Tour-de-France-Sieger Jonas Vingegaard aus Dänemark, nun Träger des gelben Trikots. Das nennt man einen gebrauchten Tag.
Kanter erklärt den Sturz
„Ja, leider war es nicht ganz so der Start, den wir uns erhofft hatten“, sagt Kanter zur OAZ. „Bei der ersten Zwischenzeit waren wir nur 13 Sekunden hinter der Spitze, da war noch alles im Rahmen. Aber dann sind gleich drei Fahrer von uns gestürzt.“
Aus dem Teamfahrzeug sei die klare Anweisung gekommen, auf die Fahrer, insbesondere auf Tejada, zu warten. Wie es zu dem Sturz kam?
„Da waren zwei Gullideckel hintereinander, und wir ballern da halt mit 60 Sachen drüber. Fünf kamen durch, der Rest ist geflogen. Aber wir gucken nach vorn. Das ist der Sport, wir müssen positiv bleiben.“
Max Kanter auf Tour: Sachsens Sprinter vor seinem Debüt
Von der Friedensfahrt zur Tour – zwei Ostdeutsche und ein langer Weg
Für Max heißt es nun, den Kopf beisammenzuhalten und das Team so gut wie möglich zu unterstützen. „In fünf Tagen steht eine Sprint-Etappe an, bis dahin gilt es, die Beine ein bisschen zu schonen“, so der Sprinter.
Die OAZ wird Max Kanter bei den 21 Etappen der Tour de France begleiten.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]