Radsport pur

Max Kanter auf Tour: Sachsens Sprinter vor seinem Debüt

Für Max Kanter wird ein Traum wahr: Er startet für sein Profiradsport-Team XDS Astana bei der Tour de France. Wir werden den Cottbuser über die 21. Etappen begleiten.

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Max Kanter: Nach vier Teilnahmen beim <a rel="mw:WikiLink" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Giro_d%E2%80%99Italia">Giro d’Italia</a> sowie einer Teilnahme bei der <a rel="mw:WikiLink" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Vuelta_a_Espa%C3%B1a">Vuelta a España</a> startet der Sprinter am Samstag bei der seiner ersten Tour de France.

Max Kanter: Nach vier Teilnahmen beim Giro d’Italia sowie einer Teilnahme bei der Vuelta a España startet der Sprinter am Samstag bei der seiner ersten Tour de France.

© IMAGO/Tomas Sisk

Wenn am Samstag in Barcelona die 113. Tour de France beginnt, ist Max Kanter mittendrin. Der 28-jährige Sprinter fährt für das Team XDS Astana und bestreitet seine erste Tour de France. Kanter, in Cottbus geboren und heute in Pirna am Rand der Sächsischen Schweiz zu Hause, gehört zu den ganz wenigen in Sachsen lebenden Profis im Feld. Einen Tage vor dem Start sprach er mit der OAZ – über die lange Vorbereitung, seine Ziele und das besondere Gefühl vor der ersten Tour.

Seit dem Winter im Plan, seit einer Woche sicher

Auf die Tour bereitet sich Kanter seit Monaten vor. „Der Plan im Winter war schon, dass es in Richtung Tour gehen soll", sagte er der OAZ – das ist mehr als ein halbes Jahr her. Sicher sein konnte er sich lange nicht, denn am Ende zählt die Form. Endgültig fest steht das Aufgebot erst seit Kurzem: „Seit Dienstag letzter Woche" wisse er, dass er dabei sei, so Kanter. Bis dahin blieb die Nominierung offen.

Für Kanter ist es ein großer Schritt. Profi zu werden, ist im Radsport schon etwas Besonderes; sich in der WorldTour zu behaupten, der Königsklasse, noch mehr. Und die Tour de France ist die Bühne, von der jeder Fahrer träumt – für einen Radprofi so etwas wie der Ritterschlag. „Ja, es ist schon speziell", sagt Kanter über seine Premiere. Es ist ohnehin ein Jahr der Premieren für den Sprinter: Im März gewann er bei dem prestigeträchtigen Etappenrennen Paris-Nizza erstmals ein Rennen der WorldTour, der höchsten Radsportliga.

Doch die Tour ist anders. Trotz mehrfacher Teilnahmen am ebenfalls dreiwöchigen Giro d'Italia und an der Vuelta a España ist diesmal nichts wie sonst. Den Unterschied zu seinen bisherigen Rennen spürt Kanter vor allem im Drumherum. „Man merkt den medialen Trubel etwas mehr, es ist ein bisschen mehr Aufmerksamkeit da", sagt er. „Das ist ja auch etwas Schönes."

Kanters Chancen liegen im Sprint

Sportlich hat der Sprinter die flachen Etappen im Blick. In den Massensprints will Kanter seine Chance suchen – auch wenn das Feld der schnellen Männer stark besetzt ist. „Es gibt dieses Jahr ein paar Chancen bei der Tour“, sagt er. Gleich zu Beginn erwartet er sie aber nicht: „In der ersten Woche wird es für die Sprinter wahrscheinlich noch nicht so weit sein.“ Die ersten echten Gelegenheiten sieht Kanter „am Anfang der zweiten Woche beziehungsweise am Ende der ersten Woche“. Ob in der Schlusswoche weitere dazukommen, wird sich zeigen. Bei allem Ehrgeiz will er seine erste „Grande Boucle“ (Große Schleife) aber auch auskosten: „Das will ich einfach genießen.“

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Zwölf Deutsche am Start, Pogačar Topfavorit

Kanter ist nicht der einzige Deutsche im Feld. Insgesamt zwölf deutsche Fahrer gehen bei dieser Tour an den Start. Im Sprint treten neben ihm unter anderem Pascal Ackermann und Phil Bauhaus an. Die größte deutsche Hoffnung für die Gesamtwertung ist Florian Lipowitz, der die Rundfahrt im Vorjahr als Gesamtdritter beendete.

Die 113. Tour de France führt vom 4. bis 26. Juli über 21 Etappen und rund 3.333 Kilometer durch Frankreich; das Finale steigt traditionell in Paris. In Barcelona beginnt sie erstmals seit 1971 mit einem Mannschaftszeitfahren.

Als Topfavorit auf den Gesamtsieg gilt der Slowene Tadej Pogačar, der seinen fünften Toursieg anpeilt. Sein schärfster Rivale dürfte erneut der Däne Jonas Vingegaard sein.

Ob aus Kanters erster Tour ein Etappensieg wird, entscheidet sich in den kommenden drei Wochen. Fest steht schon jetzt: Wenn das größte Radrennen der Welt losrollt, ist ein Pirnaer mittendrin.

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